Neues!

Es wird Zeit sich hier mal wieder zu melden. Anlass ist einerseits die überaus positive Entwicklung meines öffentlichen Wikifolios in den vergangenen Wochen – darauf werde ich gleich eingehen – aber auch die jüngsten Ereignisse zum widerwärtigen Anschlag auf die Spieler von Borussia Dortmund.

Offensichtlich wollte ein junger Krimineller mit Anfänger-Börsenkenntnissen mit fallenden Kursen Geld verdienen. Bereits einen Tag nach dem Anschlag hat die Börsenseite der ARD auf Auffälligkeiten hingewiesen:

http://boerse.ard.de/aktien/borussia-aktie-trotzt-dem-terror100.html

OptionsSCHEINE. Das muss man sich mal geben..! Ich bin fassungslos. Der Typ war nicht nur ekelhaft kriminell sondern undendlich dämlich. Nach Informationen von boerse.ARD.de sind scheinbar 60.000 Optionsscheine im Frankfurter Handel erworben worden. Jeweils 15.000 Stück mit den Kennnummern DG7MN5, DGQ1VU, DGM51Y und DGQ1VV.

Was für ein Vollhorst der Täter war, zeigt hoffentlich dieses Chartbild. Es handelt sich um den Kursverlauf eines der oben genannten Put-Optionsscheine auf den BVB:

Quelle: www.ariva.de

-> Zu nicht einem einigen Zeitpunkt nach der Tat hätte er eine Chance gehabt den Schrott mit Gewinn zu verkaufen! Er musste natürlich den Briefkurs bezahlen (ca. am 12.4. 0,05€). Der Geldkurs, also der Kurs zu dem er den Schrott wieder los werden kann beträgt nur ca. 0,02 – 0,03€. Ein horrender Spread! Nebenbei bemerkt, erhöhte der Emittent auch den Spread scheinbar in der Folgezeit. Mich würde mal interessieren wie er sich wohl nach seiner Tat gefühlt haben muss, denn die BVB Aktie ist sehr wohl gefallen in der Zeit nach dem Anschlag vom 12. auf den 13.4. um ca. 5% was durchaus beachtlich ist. Vielleicht ist ihn seine Dummheit am Tag eins nach seiner Tat das erste Mal deutlich geworden, denn seine Optionsscheine waren immer noch stark im Minus.

Was ich sagen will – man kann es eigentlich nicht oft genug tun:

  1. An der Börse gibt es keine schnellen Gewinne. Es sei denn man ist die Bank. Wenn man an der Börse Geld verdienen will, dann geht es nur über kontinuierliche Arbeit, gemachte Fehler und den Lehren daraus. Mit Hingabe, Disziplin, Gewissenhaftigkeit, schlicht mit ehrlicher Arbeit. Es gibt keine Abkürzung.
  2. In vielen Medien ist fälschlicher Weise die Rede von Optionen. Optionen haben mit Optionsscheinen schlicht nichts zu tun. Das ist ja auch einer der Tricks der Banken. Sie taufen das Kind nicht umsonst so und erwecken diesen Trugschluss völlig beabsichtigt.

Ich will auch unbedingt nochmal ganz deutlich auf die Macht der Banken, genauer gesagt auf deren Gestaltungsspielraum hinweisen der Produkte, die sie kreieren, die genau diese Triebe und Urinstinkte in uns wecken und das schnelle Geld in den Köpfen malen. Lasst es. Kauft Aktien. Kontinuierlich bis ihr alt seid.

Kommen wir zum Erfreulichen. Die Entwicklung des Wikifolios ist endlich die, die anvisiert war. Schlüssel hierzu ist letztlich genau das Gegenteil von dem, das der Täter im Sinn hatte. Mittel- bis langfristige Ausrichtung, Reflektion, Umgang mit Fehlern, kühles Umsetzen von Konsequenzen. Ich habe vor nicht allzulanger Zeit die Aktie First Sensor beispielsweise schließen müssen. Der Markt zeigte eine negative Reaktion auf Quartalszahlen. Das zwingt den aktiven Anleger seine Hintergründe des Einstiegs zu überprüfen. Ich tat es und schloss noch am selben Tag um das frei gewordene Geld wenig später in meine am besten laufende Aktie zu stecken.

Das Prinzip meiner Strategie ist besonders an dieser Stelle hoffe ich leicht erkennbar. Die besten Pferde im Stall werden gefördert, die Schwachen aussortiert. So habe ich aktuell ein Depot von nur noch 5 Aktien. Die derzeit schwächste SNP war vor knapp zwei Monaten meine stärkste und hat derzeit allem Anschein nach nur korrigiert – jedenfalls scheint sie aktuell wieder durchzustarten. Ich achte auch hier auf die Quartalsergebnisse. Wenn sie nicht überzeugen fliegt sie raus. Falls doch, wird sie wieder an Stärke in Form von höheren Handelspreisen gewinnen. Meine Aufgabe ist die aktive Beobachtung und schnelle Reaktion.

Sollte der Markt wider Erwarten einbrechen, werde ich natürlich aktiv. Ich bin nach wie vor natürlich jeden Tag dabei und stehe Gewehr bei Fuß. Derzeit schaut es aber so aus, als müsste ich in absehbarer Zeit nichts unternehmen. Ich gehe Stand heute davon aus, dass vielleicht Ende Juli die Stopps eng angezogen werden müssen.

Am Horizont jedenfalls ziehen Wolken auf. Der amerikanische Protektionismus wird nicht ohne Folgen an den Börsen bleiben. Aufmerksamkeit ist gefragt, denn die Börse war noch nie Einbahnstraße.

In diesem Sinne!

 

 

 

0 votes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.