Das Top ist drin

zumindest vorerst. Vielleicht auf Sicht der nächsten ein bis zwei Monate. Es passt einfach alles zusammen.

  1. Es gibt eine negative Marktstimmung – durch die Real-Satire um Trump.
  2. Die Saison
  3. Nicht zuletzt: Wir haben einen technisch stark überkauften Markt, mit historisch hohen Preisen

Soviel zur Zusammenfassung. Ich möchte gern auf die einzelnen Punkte gleich noch eingehen. Anfangen möchte ich aber mit dem aktuellen Verlauf meines Wikifoliohttps://www.wikifolio.com/de/de/w/wflgebauer

Ich bin außerordentlich zufrieden aktuell. Wer mein Treiben schon länger verfolgt, weiß, dass ich in den Sommermonaten der letzten Jahr einige Fehler gemacht habe. Hier im Blog habe ich darüber oft geschrieben. Hier, hier, hier oder hier. Ich freue mich, dass sich die Arbeit jetzt scheinbar auszahlt und ich endlich auch eine Outperformance auch in den schwierigen Börsenzeiten erziehlen kann. Die Maßnahmen, die ich aus den vergangenen Fehlern zog, zeigen diesen Sommer endlich Wirkung.

So habe ich fast auf den Tag genau am Top des DAX meine Longs auf ein Minimum herunter gefahren und war mit ersten Shorts wenig späer schon erfolgreich (+6%). Während der DAX seit dem im Rückwärtsgang ist, konnte sich der US-Markt aber noch oben halten – zumindest vorerst. Da ich aber mit dem Wiki überwiegend Deutsche Nebenwerte handle, war es im Juli rückblickend betrachtet absolut richtig sich aus dem Markt zurück zu ziehen. Ich habe meine Invest-Quote seit dem bei nur noch max. 20% gehalten. So halte ich derzeit nur ausschließlich 3 Werte, von denen ich der Meinung bin, dass sie jederzeit überraschen können. Was ich damit meine, zeigt sich vielleicht am besten an Verbio, die gestern nach einer positiven Bewertung der Zeitschrift „Aktionär“ gut 8% zulegte – wohlgemerkt bei einem extrem schwachen Gesamtmarkt. Gleichzeitig nimmt meine mittlerweile auf 20% Depotanteil vergrößerte Short-Position auf den S&P500 an Fahrt auf, was in Summe dazu führt, dass das Wikifolio ein neues 52-Wochenhoch, ein nues High-Watermark und ein neues All-Time-High erreicht. Von mir aus kann es so weiter gehen. Es lohnt sich die Hausaufgaben regelmäßig zu erledigen. Das einzig Schwierige ist, zu verstehen, dass der Bonus für die Rückschläge und die Arbeit vielleicht erst 1-2 Jahre später kommt. Das ist die Lehre, die ich derzeit ziehe.

Hin und wieder werde ich nach Börsenbüchern befragt, die ich empfehle. Für jemanden, der nicht vielleicht mehr ganz neu dabei ist kan man auf die Frage eigentlich nur eine Antwort geben: Das beste Börsenbuch ist dein eigenes Trading-Journal!

Zum Markt

Ich meine, wie eingangs erwähnt, dass wir uns in einer größeren Korrekturphase befinden. Für Gewöhnlich laufen sie während der jetzigen Saison vorerst zum 50er gleitenden Durchschnitt (den haben wir schon durchschritten), und dann zum 200er.

Mit 5 bis 10% Korrektur seit Top ist eigentlich immer zu rechnen in der Sommerzeit. Für eine solche Korrektur braucht es meinen Erfahrungen nach eigentlich immer 3 Zutaten. Erstens, einen Umschwung der allgemeinen Börsenstimmungslage. Hier muss derzeit vor allem die Real-Satire rund um Trump als Auslöser genannt werden. Letzte Woche noch das Muskelspiel mit Kim Jong, welches offensichtlich der Hauptauslöser für den Abschwung war. Zweitens, die Saison: August, September und teilweise auch der Oktober zählen zu den schwächsten Monaten des Jahres. Und drittens, die markttechnische Lage. Noch vor zwei bis drei Jahren hätte ich der Markttechnik zwar wesentlich mehr Bedeutung zugemutet, heute muss ich aber festhalten, dass die Markttechnik einen höchstens genau so großen Anteil am Geschehen hat, wie die vorher genannten. Ich würde heute sogar behaupten, dass von den drei genannten, die Markttechnik am unbedeutensten ist. Denn die vielen Jahre an der Börse haben mich gelehrt, dass es keine zu hohen Preise geben kann. Es gibt zig Börsenweisheiten darüber, beispielsweise „Ein Markt ist länger irrational als du solvent.“, „Never short a dull market.“ – nur um einige zu nennen. Daher bin ich was die Positionsgrößen von Shors betrifft über die Jahre immer zurückhaltender geworden. Es lohnt sich viel mehr auf gute Wiedereinstiegsmöglichkeiten zu setzen.

Und das tue ich jetzt und freue mich dabei wie ein Schnitzel, denn pünktlich zum Top bin ich raus aus dem Markt, habe jetzt im Gegensatz zum Rest der Welt eine hohe Cash-Quote, habe zudem auch shorts im Depot, die mir helfen weiter zu wachsen und gleichzeitig viel Pulver bei Seite um rechtzeitig wieder einzusteigen wenn die Bullen wieder mit den Hufen scharen.

Heute mache ich mir ein Bier auf und melde mich sobald sich die Lage an der Börse wieder ändert.

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