Erste Anzeichen einer Erschöpfung

Die Aktienmärkte kennen seit über einem Jahr eigentlich nur noch eine Richtung. Dass dies außerordentlich bemerkenswert und ungewöhnlich ist, habe ich bereits in meinem Jahresreview geschrieben.

Gestern, am 16.1. gab es ein erstes signifikantes, markttechnisches Signal, welches darauf hindeutet, dass eine Korrektur möglicher Weise eingeleitet worden sein könnte. Die Märkte eröffneten mit einem Gap-UP und anstatt weiter zu steigen wurde nicht nur das Gap geschlossen, sonder die Abwärtsbewegung verstärkt abverkauft, so dass sogar das Tages-Low vom vergangenen Handelstag unterboten wurde. Die Charttechniker sprechen da von einer „bearish engulfing Kerze“, soweit ich das richtig im Kopf habe.

Ich schreibe dies deshalb, weil ich zu die Strategie zum weiteren Umgang mit dieser Situation weiter geben möchte. Grundsätzlich hat man ja als investierter Anleger alle Optionen. Sie reichen von 1. „nichts tun“ (optimistisch) über 2. alle Positionen auflösen (konservativ) bis hin zu 3. Aufnahme von short-Positionen (agressiv).

Ich entscheide mich hier an dieser Stelle für die Variante eins allerdings natürlich inklusive der Berücksichtigung aller Stopps meiner Einzelaktien. D.h. ich nehme an dieser Stelle ein mögliches Drawdown in Kauf und reagiere erst wenn die Stopp-Kurse meiner Aktien gerissen werden. Diese Variante wähle ich ganz bewusst, denn die Stopps sind sehr weit weg. Dazu folgender Chart:

Jetzt wird der ein oder andere berechtigter Weise einwerfen, „das ist doch der S&P500 und er handelt Deutsche Nebenwerte“. „Ja, aber…“ ist meine Antwort darauf, denn der S&P gibt trotz allem die globale Marktrichtung vor, auch wenn es Phasen gibt, in denen der DAX durchaus stärker ist bzw. vice versa. Und natürlich ist es auch hier so, dass natürlich trotz aller Signale man gar nicht sagen kann ob es denn nun korrigiert oder nicht und daher wäre es töricht alles zu verkaufen. Die Variante 2. fällt daher natürlich flach. Es ist unendlich wichtig im Markt zu sein mit seinen Aktienpositionen und außerdem unendlich wichtig sich bewusst zu machen, dass man sehr wohl völlig daneben liegen kann und es noch ewig weiter steigen wird. Nichts ist schlimmer als seine verkaufte Aktien wieder teurer zurück zu kaufen zu müssen. Nicht selten kommt genau dann auch der Sturz.

Wie auch immer, der Chart oben verdeutlicht, dass wird bis zum ersten Moving-Average ca. 150 Punkte Potential haben, oder ca. 5,3%. Ja, das wäre sie, die erste 5% Korrektur seit langem.

Ich werde übrigens auch nicht meine Positionen vorab verkleinern. Zum einen aus oben genannten Gründen, zum anderen aber auch weil nach wie vor günstiges „Aktienklima“ insb. aufgrund der Saisonalität herrscht. Daher kann meine Entscheidung nur lauten, die Stopps nachzuziehen und dem Markt entscheiden zu lassen ob er sie reißen wird oder nicht.

Guten restlichen Januar!