Es geht rund.

Nach so einem Abverkauf kann man auch mal zufrieden sein alles richtig gemacht zu haben. Ich habe mich gleich am Montag morgen bis auf S+T, die auch heute noch nicht am Stopp angelangt ist, von sämtlichen Positionen getrennt. Sofort getrennt. Die Frage in diesen Fällen ist nicht ob man sich bei Marktschwäche von seinen Positionen verabschiedet, sondern wie schnell man es umsetzen kann.

Hätte ich die wichtigste Regel – das Depot vor Risiken zu schützen – nicht beachtet, würde ich heute im wikifolio folgenden Kurse für meine Positionen gegenüberstehen:

  • 2x DAX Long (DE000A0X8994) = 205,955€ (46 Stück) —  Verkaufskurs: 228,9 € => 1.058€ Verlust vermieden
  • Dassault (FR0000130650) = 69,08 (12 Stück) — Verkaufskurs 72,08 € => 36 € Verlust vermieden
  • GFT (DE0005800601) = 26,50 (36 Stück) — Verkaufskurs 30,45€ => 144 € Verlust vermieden

vorher war schon Datagroup draußen. 55 Stück zu 14,35€. Heute kriegt man die Aktie zu 13,2 €. Alles in allem wäre mein Wikifolio anstatt bei 145 Punkten heute ca. 13 weitere Punkte niedriger als am Montag und würde im Bereich 133 notieren. Deshalb sind Stopps und Fokussierung auf Verlustminimierung wichtig.

Und das Schönste mit Cash an der Seitenlinie ist es, dass man den Kopf frei hat für neue Investments und Ideen. Und dass man auf einem immer attraktiver werdenden Niveau schon wieder langsam und vorsichtig akkumulieren kann. So wie vorhin von mir erledigt. Warum?

Ich glaube, der größte Teil der Bewegug liegt hinter uns, wenngleich diese erste Abwärtsbewegung vielleicht nur der Start für weitere, später folgende Bewegungen sein könnte. Jedenfalls zeigen die Indikatoren derzeitig kurzfristige Übertreibungen nach unten an. Das sind die Situationen, an denen ich da sein will, gerade in der saisonal günstigen Phase wie jetzt. Ich setzte aber mit Longs nicht auf einen neuen Trend, sondern auf eine 50-62% Retracement Erholung.

Jede Aufwärtsbewegung wird meiner Erfahrung nach aber im Bereich des 50% Reracements für weitere Verkaufswellen genutzt werden, denn nicht alle Institutionellen Anleger können aufgrund Ihrer Positionsgrößen rechtzeitig raus kommen. Diese Bewegung hat meiner Ansicht nach auch deshalb noch weiteres Down-Potential in den nächsten Wochen, weil sie überraschend kam. Anders als viele Korrekturen in den letzten 3-4 Jahren

2 Kommentare

  1. Hallo Herr Gebauer,

    Sie haben immer noch eine gute Performance in Ihrem wikifolio.
    Ich bin gespannt, wie es bei Ihnen, gerade auch in den derzeit stürmischen Zeiten an der Börse,
    weiter geht.
    In den Jahren bis 2008 sehr erfolgreich unterwegs habe ich mehr und mehr den
    Eindruck, dass sich die klassische „Buy and Hold“- Strategie, basierend auf Werthaltigkeitsüberlegungen,
    erledigt zu haben scheint.
    Neue Konzepte sind gefragt und wie mir scheint, ist wohl eine Risikominimierung
    ein wesentlicher Baustein für die gute Performance im Depot oder auch in Wikifolios.
    Ich stelle an mir selbst fest, dass ich als ehemals ausgesprochen langfristig anlegender Investor
    mittlerweile fast schon im Daytrading angekommen bin…wo ich nie hin wollte.
    Naja, schöne neue Welt.
    Ihnen wünsche ich auch weiterhin guten Erfolg in Ihren Depots und Wikifolios!

    Gruß

    D. Stüttgen

  2. Hallo Hr. Stüttgen,
    ich stimme im Großen und Ganzen zu. Auch ich glaube, dass in diesem Jahr weniger die Qualitäten der guten „Aktienfinder“ gefragt sein werden, sondern viel eher die der Depotbeschützer. So hoffe ich zumindest, denn ich meine, dass ich letzteres besser beherrsche.

    In einem Punkt möchte ich aber widersprechen: Der value, oder wie Sie sagen Werthaltigkeit von Aktien, ist immer ausschlaggebend und wird es auch immer sein. Man darf sich nur vom Handelspreis der Aktie nicht täuschen lassen, denn in Bärenmärkten kann es schon mal passieren, dass die Aktien auch mal 50% unter den alten Preisen die Besitzer wechseln. Bei Ebbe fallen alle Boote. An der Werthaltigkeit – langfristig gesehen – ändert sich dabei für gute Tiel nur wenig.
    Nehmen Sie als Beispiel eine Daimler oder eine BMW. Die Stämme von BMW lagen 2007 bei 50-60€, fielen im Bärenmakrt bis 17€ um nur 2 Jahre später wieder bei 60€ zurück zu sein. Selbst wenn Sie BMW zum Höchstpreis in 2007 gekauft hätten, wäre letztes Jahr die Chance das Investment mit 100% Gewinn aufzulösen. Aber hätten Sie einen -70% Drawdown verkraftet im Bärenmarkt? Wäre es nicht verlockender bei 20€ im Bärenmakrt zu kaufen um bei 120€ zu verkaufen? Alles eine Frage der Strategie, der persönlichen Beschaffenheit und der Anlagehorizontes.
    Man muss sich auch nichts vormachen. Die meinsten der Käufer bei Kursen von 20€ waren spätestens bei 22€ wieder draußen, denn sie sind nur auf die Swings aus. So wie ich.

    Die Frage ist also nach der Erwartungshaltung an ein Investment. Ist es eine langfristige Angelegenheit, oder möchte man nur an kurz- bzw. mittelfristigen Kursänderungen partitionieren? Täglich steigende Kurse, wie es viele seit 2012 gewohnt sind, sind nicht unbedingt die Regel. Daran werden jetzt alle schmerzhaft erinnert. Einige Neulinge sicherlich wachgerüttelt.

    Vielen Dank, dass Sie mein Treiben im Wiki und hier verfolgen. Ich wünsche auch Ihnen vom Herzen ein glückliches Händchen für 2016!

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