{"id":3515,"date":"2015-07-21T00:55:21","date_gmt":"2015-07-20T22:55:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.depotblog.de\/?p=3515"},"modified":"2015-07-21T11:12:00","modified_gmt":"2015-07-21T09:12:00","slug":"ueber-prognosen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.depotblog.de\/?p=3515","title":{"rendered":"\u00dcber Prognosen"},"content":{"rendered":"<p>Vermutlich werden die meisten von Euch hier reinschauen, weil eine zweite (oder dritte) Meinung zum Aktienmarkt gesucht wird. Vielleicht sogar eine erste. Ich finde man muss damit sehr vorsichtig sein. Ich habe es hier die letzten Monate immer \u00f6fter angesprochen, dass die Meinung, die man sich bildet &#8211; v\u00f6llig unabh\u00e4ngig auf welcher Basis sie zu stande kam und wie das Ergebnis aussieht &#8211; f\u00fcr die Zukunft in aller Regel kontraproduktiv ist. Erst Recht wenn man sich eine Meinung \u00fcber die Zukunft bildet. ;-)<\/p>\n<p>Das Problem, mit dem man von da an konfrontiert ist nennt sich &#8222;Priming&#8220;, d.h. Voreingenommenheit.<\/p>\n<p>Dinge, die von da an passieren, werden von unseren Hirnen nicht mehr rational verarbeitet. Warnsignale werden m\u00f6glicherweise \u00fcbersehen wenn man bullish ist, im umgekehrten Fall werden Kaufsignale missachtet. Das Ego kommt in Spiel als enorme St\u00f6rgr\u00f6\u00dfe mit dazu. Grunds\u00e4tzlich nimmt man dann Dinge, die nicht zur Meinung passen entweder gar nicht mehr wahr oder stellt sie in Frage oder missachtet sie gar bewusst, weil sie das Ego verletzen.<\/p>\n<p><strong>Marktprognosen im klassischen Sinne aufzustellen ist daher der erste Schritt zum schlechten Trading. <\/strong>Das gilt sowohl f\u00fcr den Handel von Aktien als auch von M\u00e4rkten und wohlm\u00f6glich von allen anderen Dingen auch.<\/p>\n<p>Sorry, dass ich Euch entt\u00e4uschen muss. Ich habe hier jahrelang nichts anderes gemacht als Marktprognosen aufzustellen. Ungl\u00fccklicherweise waren einige davon auch noch sehr zutreffend, andere wieder nicht. Die zutreffenden bleiben nat\u00fcrlich h\u00e4ngen ;-) Und so bleibt nat\u00fcrlich auch das Gef\u00fchl h\u00e4ngen, dass man unbedingt Prognosen aufstellen muss um \u00fcberhaupt erfolgreich sein zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es lohnt daher vielleicht den Begriff Prognose zu definieren, schlie\u00dflich ist mit jeder Aktion, die wir vornehmen ja eine Grundlage der Entscheidung vorliegend und wir m\u00f6chten &#8211; und ich behaupte auch mal wir M\u00dcSSEN &#8211; die Gedanken, die wir bei den Entscheidungen, die wir am Aktienmarkt treffen, dokumentieren. Einfach als wichtige Vorraussetzung f\u00fcr eine sp\u00e4tere Fehleranalyse, ein lessons-learned.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte den Begriff Prognose klar genug ein- bzw. abgrenzen. Sonst m\u00fcsste ich ja den Blog hier dicht machen, wie gesagt.<\/p>\n<p>Die &#8222;Prognosen&#8220;, die ich hier aufstelle und niederschreibe sind nichts anderes als die Dokumentation der Ursachen meiner Handelsentscheidungen. Meine Signale. Zu jeder &#8222;Prognose&#8220; geh\u00f6rt von daher auch der Punkt ab wann sie falsch ist &#8211; idealer Weise gleichzusetzen mit dem Stop-Loss. Nicht nur das. Auch das eingesetzte Geld, das dann verloren ist, geh\u00f6rt zur Prognose. Dar\u00fcber werde ich mich allerdings hier wie gewohnt nie \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<blockquote><p>Meine Marktprognose ist die Beschreibung eines Handelsignals mit dem Vorteil einer unlimitierten Geweinnm\u00f6glichkeit sowie dem Vorteil einer limitierten Schadensauswirkung f\u00fcr den Fall dass es falsch ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch der Begriff &#8222;Trading&#8220; war f\u00fcr mich vor einigen Jahren anders definiert. Mit einigen Tausend Euro Lehrgeld w\u00fcrde ich diesen gern wie folgt definieren:<\/p>\n<blockquote><p>Beim Trading geht es darum ein exakt definiertes und begrenztes Risiko auf eine Wette einzgehen, von der man zwar den Ausgang nicht kennt daf\u00fcr aber die Eintrittswahrscheinlichkeit. Der Vorteil des Tradens ist dann gegeben wenn nur &#8222;die guten Karten&#8220; gespielt werden und die Auswirkungen des Verlierens eng limitiert sind.<\/p><\/blockquote>\n<p>Streng genommen sollten diese 5 Dinge beachtet werden und zwar genau in dieser Reihenfolge:<\/p>\n<p>1. Es braucht einen durchdachten, durchgespielten und VERINNERLICHTEN Plan f\u00fcr das Risiko, welches man eingehen will und mit den anderen Positionen bereits eingegangen ist. Ein Trade darf niemals negativ \u00fcberraschen. Die Folgen m\u00fcssen limitiert werden. Und zwar im Vorfeld. Bevor eine Position eingenommen werden kann, muss das Risiko errechnet worden sein.<\/p>\n<p>2. Es braucht einen Plan B wenn sich die Idee f\u00fcr den Trade nicht entwickeln will. Flexibilit\u00e4t im Kopf ist notwendig, damit man sich selbst nicht im Weg steht wenn es darum geht Aktionen ggf. unter mentalen Stress durzuf\u00fchren. Der Punkt, an dem man widerlegt wird muss 1. vorher bestimmt sein 2. darf nicht mehr in Frage gestellt werden und 3. muss von der finanziellen Tragweite her klar limitiert sein und zwar so exakt, dass der Zustand niemals \u00fcberraschen kann.<\/p>\n<p>3. Das Risiko, das sich aus der Anzahl aller aktuell im Depot befindlichen offenen Positionen ergibt muss jederzeit bekannt und limitiert sein, siehe 1.<\/p>\n<p>4. Die Handelsrichtung ist in 9 von 10 F\u00e4llen long. Auch in B\u00e4renm\u00e4rkten.<\/p>\n<p>5. Das Geld wird mit Trades in Trendrichtung (Trend = Moving Average) verdient. Trades zum Moving-Average m\u00fcssen limitiert sein (Limit Exit am Moving Average), Trades \u00fcber dem MA unlimitiert.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte auch folgendes daraus ableiten: Der Ruin des Depots hat in den seltensten F\u00e4llen eine falsche Einsch\u00e4tzung der Handelsidee zu grunde sondern immer eine fehlende Risikobegrenzung und eine daraus resultierende mentale Schockstarre.<\/p>\n<p>Daher nochmal: Long-M\u00f6glichkeiten suchen. Risiken bestimmen. Entscheidung treffen, flexibel reagieren.<\/p>\n<p>Gute Woche!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vermutlich werden die meisten von Euch hier reinschauen, weil eine zweite (oder dritte) Meinung zum Aktienmarkt gesucht wird. Vielleicht sogar eine erste. Ich finde man muss damit sehr vorsichtig sein. 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