{"id":368,"date":"2010-07-31T14:48:36","date_gmt":"2010-07-31T12:48:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.depotblog.de\/?p=368"},"modified":"2010-08-02T23:28:19","modified_gmt":"2010-08-02T21:28:19","slug":"selbstkontrolle-risikokontrolle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.depotblog.de\/?p=368","title":{"rendered":"Selbstkontrolle &#038; Risikokontrolle"},"content":{"rendered":"<p>Der sp\u00e4te Freitagsverlauf und mein Handel(n) veranlasst mich einen Beitrag \u00fcber den Kern des Tradings zu schreiben. Das ist nicht wie viele vielleicht denken k\u00f6nnten irgendein Trading-System oder ein ganz besonders toller Indikator, es ist eine psychologische Komponente die im vielumfassenden Bereich Trading letzten Endes die Spreu vom Weizen trennt.<\/p>\n<p>Wenn man eine Zeitlang dabei ist und herausgefunden hat in welchem Zeitbereich und welche Instrumente zur eigenen Pers\u00f6nlichkeit passen und irgendwann auch merkt, dass es funktioniert und man zur falschen Meinung gelangt die M\u00e4rkte im Griff zu haben, dauert es nicht lange bis uns Mr. Market einen verpasst und uns schnell ganz andere Schw\u00e4chen aufzeigt. Es geht um die pers\u00f6nlichen Schw\u00e4chen, d.h. die inneren F\u00e4higkeiten mit den eigenen Trieben wie\u00a0Angst, Gier oder das Gef\u00fchl der \u00dcberlegenheit oder Niedergeschlagenheit\u00a0umzugehen. Viele von Euch werden es kennnen: Nach einer besonders guten Phase neigt man dazu sein Risiko zu erh\u00f6hen just im Augenblick als sich der Markt (zwangsl\u00e4ufig \u00fcbrigens!) \u00e4ndert. Gier\u00a0\u00fcberkmmt uns.\u00a0Auch in schlechten Phasen ist es \u00e4hnlich, nach einer l\u00e4ngeren Verlustserie von 5 oder 6 fehlgegangenen Trades m\u00f6chte\u00a0uns unser \u00dcberlebensinstinkt mitteilen\u00a0gerade mit dem n\u00e4chsten Trade alles wettzumachen und verschlimmert das Problem nur noch. Rationales Denken wird abgeschaltet und man ist nicht in der Lage zu erkennen, dass die Marktphase nicht mehr zu den eigenen Mitteln, die man zum Trading nutzt, passt. Warum schreibe ich das?<\/p>\n<p>Am gestrigen Freitag gegen 14uhr habe ich innerlich die Handelswoche abgeschlossen. Sah spitze aus, keine Position mehr offen, ein Kontostand hier im Projekt von 1351\u20ac, d.h. ich konnte \u00fcber 150 \u20ac in der Woche zulegen, war ingesamt 5 Wochen dem Plan voraus. Aus Gr\u00fcnden, die ich mir immer noch nicht 100%ig erkl\u00e4ren kann, habe ich das Haus mit\u00a03 (!) offenen short-Entry Order verlassen. Short im DAX, INDU, und SPX. Mein Maximal zul\u00e4ssiges Risiko lag bei Faktor 3 des eigentlich Erlaubten. Eines wei\u00df ich: Es ist die schlimmste Form der fehlenden Selbstkontrolle zum Tragen gekommen. Eine Mischung aus Arroganz, \u00dcberlegenheitsgef\u00fchl und Gier.<\/p>\n<p>Als ich wieder kam, die Handeslplattform \u00f6ffnete und sah, dass ich mit 240 Pips im Minus lag, mehr als\u00a0das\u00a0Doppelte dessen was nach Regelwerk erlaubt ist, herrschte nichts anderes als Panik. Man\u00a0befindet sich an diesem Punkten\u00a0automatisch in einen Zustand, der kein richtiges Handeln mehr m\u00f6glich macht. F\u00fcr solche Dinge braucht es einen Notfallplan. Was mache ich in einem Fall X? Was wenn alles an das man glaubt schief geht?\u00a0Das Problem\u00a0ist nur\u00a0&#8211; und das macht das Trading so schwer &#8211;\u00a0wenn man sich vorher in einem Zustand des Triuphes und Euphorie oder aber auch Angst und Niedergeschlagenheit\u00a0befindet, sich selbst nicht mehr im Griff hat und die inneren Triebe regieren, denkt man an alles aber nicht an den Fall X. Deshalb war ich am Freitag\u00a0auf den heftigen Rebound\u00a0auch nicht vorbereitet und deshalb greift in einem solchen Fall nur die Notbremse. Alles schlie\u00dfen und Schluss machen, den Handelstag eine Zeit sp\u00e4ter analysieren und die Lehren daraus ziehen.<\/p>\n<p>Das Wichtigste ist zun\u00e4chst einmal die volle Verantwortung f\u00fcr das Geschehene zu \u00fcbernehmen. Ich k\u00f6nnte auf ein extremes Slippage im DowJones Kontrakt hinweisen (Stopp Entry war bei 10395, bedient wurde ich fast exakt am Low bei 10362, alleine damit war ich\u00a0mehr als 30\u00a0Pips hinten, aber das w\u00fcrde am Kern des Problems vorbei gehen. Viel\u00a0mehr ist\u00a0allein dieses Gap\u00a0ein Alarmzeichen, das ein sofortiges Schlie\u00dfen der Positon zur Folge haben muss, weil\u00a0ein Markt, der solche L\u00fccken rei\u00dft,\u00a0alles andere als Normal ist. Der DowJones Kontrakt ist zwar bei weitem nicht so liquide wie der ES-Future aber immer noch\u00a0liquide genug um bei solchen Gaps die Alarmglocken l\u00e4uten zu lassen. Der Markt reagierte jedenfalls nicht mit einem Ausverkauf sondern dem Gegenteil davon und das ist das st\u00e4rkste Marktst\u00e4rke Signal, das man als Trader erhalten kann. Wer nach 1 % Gap-Down kauft geh\u00f6rt nicht zu den sg. &#8222;Zittrigen H\u00e4nden&#8220;. Wie gesagt, das war nicht das Problem gestern, es war die Tatsache, dass ich pl\u00f6tzlich 3x zu hohes Risiko short war, kommen wir also zur\u00fcck zur Risikokontrolle:<\/p>\n<p>Mir ist dieses Malheur nicht zum ersten mal passiert und daher kann ich gl\u00fccklicher Weise in meine Erfahrungskiste greifen und weiss, dass die sofortige Schlie\u00dfung aller Positionen die einzig richtige Reaktion ist. Zwar wird dieser short-squeeze fr\u00fcher oder sp\u00e4ter wieder korrigiert, aber es kann hunterte Punkte nach oben laufen und das bringt dich irgendwann in eine deart heftige Schieflage, dass du aufgrund der psychologischen Belastung gar nichts mehr richtig machst. Es hilft nur das sofortige Schlie\u00dfen, auch wenn es oft am Top der Beweung ist, doch der Zugewinn an Handlungsfreiheit und unbelastetem Handel ist unbezahlbar.<\/p>\n<p>-242 Pips musste ich verzeichnen, 5 Wochen Vorsprung sind zusammengeschmolzen\u00a0aber es bleiben positive R\u00fcckschl\u00fcsse:\u00a0Das Notfallkonzept ist vorhanden und &#8211; das ist wesentlich wichtiger &#8211;\u00a0ich bin in der Lage\u00a0damit zurecht zu kommen. Dennoch habe ich einen ordentlichen Nackenschlag\u00a0und einen Berg voll Hausaufgaben mitgenommen,\u00a0denn ich muss mir \u00fcberlegen eine Methode oder ein Sicherheitsnetz um meine noch offensichtlichen Schw\u00e4chen bei der\u00a0Selbstkontrolle in den Griff zu bekommen. Ich denke jeder von Euch wird sich schon einmal in einer \u00e4hnlichen Situation befunden haben. Genau diese Situationen sind es aber, die uns eine Chance geben,\u00a0das eigene\u00a0Trading auf eine h\u00f6here Stufe zu stellen und so gilt es sich hinzusetzen und seine Hausaufgaben\u00a0zu machen. Ich bin trotz\u00a0all dem im\u00a0Soll und bin mir sicher,\u00a0die Performance der letzten Wochen weiter zu behalten so lange ich\u00a0es schaffe\u00a0weiter sachlich zu handeln.<\/p>\n<p>Ein sch\u00f6nes WE euch allen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der sp\u00e4te Freitagsverlauf und mein Handel(n) veranlasst mich einen Beitrag \u00fcber den Kern des Tradings zu schreiben. Das ist nicht wie viele vielleicht denken k\u00f6nnten irgendein Trading-System oder ein ganz besonders toller Indikator, es ist eine psychologische Komponente die im vielumfassenden Bereich Trading letzten Endes die Spreu vom Weizen trennt. 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