{"id":4137,"date":"2015-12-31T21:45:28","date_gmt":"2015-12-31T19:45:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.depotblog.de\/?p=4137"},"modified":"2015-12-31T21:45:28","modified_gmt":"2015-12-31T19:45:28","slug":"wikifolio-2015-rueckblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.depotblog.de\/?p=4137","title":{"rendered":"Wikifolio 2015 R\u00fcckblick"},"content":{"rendered":"<p>Das Jahr geht zu Ende und wie immer hier im Blog will ich zur\u00fcck blicken auf das Geschehene, auf die Aktionen &#8211; die richtigen und die falschen und ein kleines Lessons Learned durchf\u00fchren. Nat\u00fcrlich nicht ohne einen Ausblick auf 2016.<\/p>\n<p>Mein Wikifolio ist dieses Jahr einen n\u00e4chsten Schritt nach vorne gekommen. Ich beende das Jahr am AllTimeHigh, w\u00e4hrend der DAX gute 14% von seinem Hoch vom April entfernt ist. Man k\u00f6nnte schlussfolgern alles wunderbar, es l\u00e4uft! Doch die Wahrheit ist etwas komplexer, auch wenn ich den DAX dieses Jahr ganz knapp im Schlussspurt geschlagen habe.<\/p>\n<p>Meine Fehler aus dem ersten Quartal diesen Jahres verhinderten eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Performance. Es war viiiiiieeel mehr drin dieses Jahr. Ich bin bei ca. 10-15% Jahresrendie &#8211;\u00a0 es w\u00e4ren weit \u00fcber 50% drin gewesen. Kurzum. Es wurden Fehler gemacht, es mussten Korrekturen vorgenommen werden und weitere m\u00fcssen noch zus\u00e4tzlich dazu kommen. Ich habe <strong>hier<\/strong> und <a href=\"https:\/\/www.depotblog.de\/2015\/04\/justierungen\/\" target=\"_blank\"><strong>hier<\/strong> <\/a>schon \u00fcber Ma\u00dfnahmen berichtet, aber es muss nach Auswertung des Jahres nochmal leicht nachgeschliffen werden, dazu gleich mehr.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich. Viele, viele Dinge sind auch richtig gemacht worden. Wenn das Depot auf H\u00f6chststand steht, ist das zwangsl\u00e4ufig so. Es war beispielsweise absolut richtig im Sommer extrem zur\u00fcckhaltend zu agieren, ich schrieb dar\u00fcber bereits im Post in &#8222;<a href=\"https:\/\/www.depotblog.de\/2015\/11\/zurueckhaltung-zahlt-sich-aus\/\" target=\"_blank\"><strong>Zur\u00fcckhaltung zahlt sich aus<\/strong><\/a>&#8222;. W\u00e4hrend der DAX von 12.390 in der Spitze auf 9.325 Punkte fast 25% korrigierte, konnte ich mein Depot sehr erfolgreich vor dem Fall sch\u00fctzen. Wohlgemerkt, obwohl ich \u00fcberwiegend mit gehebelten ETFs agiere. Der 2x gehebelte ETF, den ich haupts\u00e4chlich handle, ist von 345 Punkten auf knapp \u00fcber 190 gecrasht.<\/p>\n<p>Ohne die Interaktionen zur Drawdown-Minimierung h\u00e4tte ich mir bis zu -45% (!) eingehandelt. Oder anders ausgedr\u00fcckt: Am Top gekauft h\u00e4tte ich mein Depot halbiert. Statt damals 140 Punkten, h\u00e4tte es einen Wert von 80. Real habe ich in dieser mehrmonatigen DAX-Korrekturphase aber nur dank der Eingriffe milde -15% einstecken m\u00fcssen. Damit kann ich im gro\u00dfen und ganzen sehr zufrieden sein. Die Hauptaufgabe das Depot vor Risiken zu sch\u00fctzen und das Kapital zu erhalten wurde erf\u00fcllt. Es macht mich froh zu sehen, wie die Ma\u00dfnahmen greifen und wie man Jahr f\u00fcr Jahr besser und stabiler wird. Hier ein Chart zum Vergleich der Depotperformance im Vergleich zum DAX (rote Linie).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.depotblog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/2015_12m.png\" rel=\"attachment wp-att-4144\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4144\" src=\"https:\/\/www.depotblog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/2015_12m.png\" alt=\"2015_12m\" width=\"939\" height=\"619\" srcset=\"https:\/\/www.depotblog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/2015_12m.png 939w, https:\/\/www.depotblog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/2015_12m-300x198.png 300w, https:\/\/www.depotblog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/2015_12m-768x506.png 768w, https:\/\/www.depotblog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/2015_12m-900x593.png 900w\" sizes=\"(max-width: 939px) 100vw, 939px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Bild1, Quelle: boerse.de<\/em><\/p>\n<p><strong>In 2016 muss der n\u00e4chste Schritt folgen<\/strong><\/p>\n<p>Mit den Jahren an der B\u00f6rse stelle ich immer wieder und immer deutlicher fest: Es geht gar nicht in erster Linie um das Geldverdienen. Es geht um den Lernprozess des Tradings. Wenn der Lernprozess, d.h. Reflexion und Aktion stimmt &#8211; stimmt im Sinne von diszipliniert und kontinuierlich durchgef\u00fchrt &#8211; ist das Geldverdienen eine logische Folge.<\/p>\n<p>Eine wichtige Ma\u00dfnahme aus 2014 war beispielsweise der Schritt zur Distanz. Es ist gar nicht wichtig st\u00e4ndig da zu sein wenn man mittelfristig orientiert handelt. Das ist als w\u00fcrde der Fu\u00dfballspieler anstatt zu spielen st\u00e4ndig auf die Anzeigetafel schauen. Die kleinsten, unrelevantesten Zuckungen des Marktes k\u00f6nnen zu verfr\u00fchten Ausstiegen f\u00fchren. Der Zug fuhr dann oft in der Vergangenheit ohne mich weiter und ein Wiederaufspringen mit vern\u00fcnftigem Chance-Risiko ist dann oft nicht mehr m\u00f6glich. Ab Q2 diesen Jahres konnte ich hier Ma\u00dfnahmen in meinen Handel einbauen, die alle samt messbare Wirkung zeigten. Die durchschnittliche Haltedauer meiner Positionen stieg um \u00fcber 200% trotz geringerem Drawdown. Gut war es auch in den saisonal schwachen Monaten auch nach Aktien Ausschau zu halten und die mit relativer St\u00e4rke mit ins Depot aufzunehmen. Es ist bemerkenswert wie stabil gute Aktien Marktr\u00fcckg\u00e4ngen trotzen und f\u00f6rmlich explodieren wenn der Markt wieder nach oben dreht. Ein wichtiges Lessons Learned aus 2015. Ich werde wohl mein Leben lang bei dieser Strategie immer an meine GFT Aktie denken, die innerhalb von 3-4 Monaten mittlerweile fast 50% zugelegt hat seit ich sie in genau dieser schwachen saisonalen Phase gekauft habe, weil sie in dieser Phase einfach nicht fallen wollte. Dazu auch noch perfekt pyramidisiert, d.h. aufgestockt habe und einen Gro\u00dfteil des Anstiegs mit \u00fcber 30% Depotanteil mitgemacht habe. Das war sicher einer der technisch besten Aktientrades der letzten 3 Jahre von mir.<\/p>\n<p>Ich hake folgende Themen in meiner Entwicklung dieses Jahr ab<\/p>\n<ul>\n<li><strong>&#8222;Fokussierung auf Verlustminimierung&#8220;.<\/strong> Insgesamt einen gro\u00dfen weiteren Schritt voran gekommen. Alle zus\u00e4tzlichen Ma\u00dfnahmen haben gewirkt. Ich bin 2015 besser als 2014 und 2013 gewesen. Aber es ist eine Nachjustierung notwendig, da ich durch die starke Sommerkorrektur die Depotperformance negativ war.<\/li>\n<li><strong>&#8222;Cut the losses&#8220;.<\/strong> Erkennen von fehlerhaften Positionen sowie die sofortige Handlung, d.h. Schlie\u00dfung. Die zweit wichtigste Grundvoraussetzung f\u00fcr erfolgreiches Bestehen an der B\u00f6rse.<\/li>\n<li><strong>&#8222;Positionsgr\u00f6\u00dfenmanagement&#8220;.<\/strong> Wichtigstes Element in meinen Augen. Zu wissen wieviel Risiko eingegangen werden darf abh\u00e4ngig der Marktbedingungen, der psychologischen inneren Verfassung und der Auswirkung auf die Gesamtperformance im Depot. Oder anders: Im Nebel rase ich auch nicht mit \u00fcber 200 auf der Bahn. Und schon gar nicht wenn ich Kopfschmerzen habe, keine Versicherung und das Auto neu und wichtig ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Am letzten Punkt &#8222;Positionsgr\u00f6\u00dfenmanagement&#8220; muss man meinen Erfahrungen nach kontinuierlich feilen. Warum? Weil sich der verwaltete Betrag \u00e4ndert und dieser einen massiven Einfluss auf die Psyche aus\u00fcbt. Bei einem Verm\u00f6gen von sagen wir mal 100.000\u20ac macht es einen gro\u00dfen psychologischen Unterschied ob ich 1.000\u20ac oder 10.000\u20ac risikiere. 100.000\u20ac, also den fiktiven Jahresverdienst werden nur wenige bereit sein ins Risiko zu nehmen. Ich merke gerade, dass dieser Punkt einen weiteren Blogeintrag verdient, weil er essentiell ist und wie ich finde extrem interessant ist&#8230; Dazu schreibe ich hier mal bei gegebener Zeit etwas.<\/p>\n<p><strong>2016 &#8211;<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Ich werde f\u00fcr 2016 zwei Dinge \u00e4ndern. Erstens, ich werde in den saisonal starken Monaten mich noch st\u00e4rker auf bullishe Signale konzentrieren, d.h. ich werde jedes bullishe Signal kaufen und laufen lassen. Bei anstehenden Marktkorrekturen werde ich dagegen nicht mehr komplett aussteigen, sondern einen Restanteil behalten. Zweitens, ich werde in 2016 in der saisonal schwachen Phase auch shorts handeln. Hierzu habe ich \u00fcber die Weihnachsphase ein Paar Backtests durchrechnen lassen und auf Basis dessen ein Konzept entwickelt.<\/p>\n<p>Was Punkt 1 &#8211; den Handel der saisonal starken Phase betrifft, so muss ich nach dem verpassten Ritt des Bullen in Q1 2015 weiter an meiner gr\u00f6\u00dften Baustelle voran kommen, die Trades laufen zu lassen, ohne ein (zu) gro\u00dfes Drawdown zu riskieren. Das ist die meiner Meinung nach schwierigste Herausforderung im mittel- bzw. langfristigen Handel. Trendphasen mitzunehmen bedeutet n\u00e4mlich auch Korrekturphasen mitzunehmen. Das schwierige dabei ist, dass ein Marktumschwung am Anfang stets aussieht wie eine kleine Korrektur und man das Risiko hat den richtigen Absprung zu verpassen. Das richtige Timing braucht daher Kompromisse. Gr\u00f6\u00dferen Trends m\u00fcssen gro\u00dfe Drawdowns zugestanden werden und hier kommt die pers\u00f6nliche Risikoneigung ins Spiel, denn nicht jeder verkraftet einen 30%igen R\u00fcckgang seiner Anlagen. Ich bin nicht nur deshalb der festen Meinung, dass der mittel- und langfristige Handel daher zu den schwierigsten Disziplinen an der B\u00f6rse geh\u00f6rt. Viel schwieriger beispielsweise als Daytrading auf Minutenbasis, in der man sein Drawdown von vornherein kennt und limitiert.<\/p>\n<p>Punkt zwei. Ich will in 2016 auch shorts handeln, weil es sich in 2015 gezeigt hat, dass man mit einer Strategie der Minimierung von long-Positionen in Martr\u00fcckgangsphasen zwar die Auswirkungen auf das Depot erheblich reduzieren aber eben nicht beseitigen kann. Die Minus 15% in den 5 Sommermonaten diesen Jahren h\u00e4tten auch +30 sein k\u00f6nnen mit dem Handel von short-Positionen. Dieses Jahr habe ich ganz bewusst keine shorts gehandelt, da es sich um einen klaren Bullenmarkt handelte. Nach genauerer Analyse aber stelle ich fest, dass es mit Einschr\u00e4nkungen Sinn macht &#8211; und zwar wenn man nach wenigen Tagen die Shorts wieder einstreicht. Mit dieser Strategie w\u00e4re meinen Backtets nach auch der super bullishe Sommermarkt in 2014 erfolgreich geritten worden.<\/p>\n<p>Die Verbesserungen der Strategie sind also beschlossen und warten darauf umgesetzt zu werden. Kurz zusammengefasst: In der saisonal bullishen Phase werde ich jedes long-Signal kaufen, bei b\u00e4rischen Signalen oder bei Stopps wieder verkaufen, allerdings einen Restanteil drin lassen. Ab der saisonal schwierigen Phase werde ich kurzfristiger handeln und auch short-Signale vorsichtig mitnehmen, hierbei allerdings nicht laufen lassen, sondern per Limit oder h\u00e4ndisch nach wenigen Handelstagen wieder raus gehen. An der Maxime das Depot vor gro\u00dfen Drawdowns zu sch\u00fctzen \u00e4ndert sich nichts.<\/p>\n<p>Ich bin sehr zuversichtlich, dass auch diese Ma\u00dfnahmen Wirkung zeigen werden, wenngleich es hei\u00dft, dass das Depot etwas offensiver gehandelt wird. Ich bin mit im Schnitt +10 bis +15% per Anno Performance seit Ausgabe bei 22% max. Drawdown und einer sharpe-ratio von lediglich 0,5 eher unzufrieden als zufrieden. Das muss besser gehen. Wenn ich mir aber das letzte halbe Jahr anschaue, kann ich immerhin sagen dass ich erhebliche Verbesserungen erzielen konnte:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.depotblog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/2015_6m.png\" rel=\"attachment wp-att-4143\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4143\" src=\"https:\/\/www.depotblog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/2015_6m.png\" alt=\"2015_6m\" width=\"937\" height=\"618\" srcset=\"https:\/\/www.depotblog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/2015_6m.png 937w, https:\/\/www.depotblog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/2015_6m-300x198.png 300w, https:\/\/www.depotblog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/2015_6m-768x507.png 768w, https:\/\/www.depotblog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/2015_6m-900x594.png 900w\" sizes=\"(max-width: 937px) 100vw, 937px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Bild2, Quelle: boerse.de<\/em><\/p>\n<p>Bis Mitte des Jahres ist mir der DAX performancem\u00e4\u00dfig um schlappe 25% (!) weg gelaufen (Bild1) was mich zu Ma\u00dfnahmen zwang. Seit dem habe ich ihn nicht nur eingeholt sondern auch \u00fcberholt und mit etwas Gl\u00fcck kann ich immerhin auch dieses Jahr f\u00fcr mich mit dem Pr\u00e4dikat &#8222;DAX geschlagen&#8220; verbuchen.<\/p>\n<p>Gutes 2016 Euch allen. Ich freue mich drauf! <img decoding=\"async\" class=\"wpml_ico\" src=\"https:\/\/www.depotblog.de\/wp-content\/plugins\/wp-monalisa\/icons\/wpml_good.gif\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Jahr geht zu Ende und wie immer hier im Blog will ich zur\u00fcck blicken auf das Geschehene, auf die Aktionen &#8211; die richtigen und die falschen und ein kleines Lessons Learned durchf\u00fchren. Nat\u00fcrlich nicht ohne einen Ausblick auf 2016. Mein Wikifolio ist dieses Jahr einen n\u00e4chsten Schritt nach vorne gekommen. Ich beende das Jahr am AllTimeHigh, w\u00e4hrend der DAX gute 14% von seinem Hoch vom April entfernt ist. 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