{"id":4767,"date":"2019-06-10T14:05:13","date_gmt":"2019-06-10T12:05:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.depotblog.de\/?p=4767"},"modified":"2019-06-10T14:05:14","modified_gmt":"2019-06-10T12:05:14","slug":"aktives-handeln-quintessenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.depotblog.de\/?p=4767","title":{"rendered":"Aktives Handeln. Quintessenz"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem im Januar 2019 geschaffenen Wikifolio verfolgte ich das Ziel meine bisher gesammelten Erfahrungen am Aktienmarkt, insbesondere mit Nebenwerten in eine automatisierbare Strategie zu gie\u00dfen. Nach \u00fcber 10 Jahren Sammeln, Ausprobieren, Scheitern, wieder Aufstehen und dem st\u00e4ndigen Kampf gegen die menschlichen Schw\u00e4chen, die man so mit sich tr\u00e4gt, sollte ein Versuch her, s\u00e4mtliche Erkenntnisse in Ma\u00dfnahmen zu wandeln, diese in einen Topf zu werfen um sich mit dem Ergebnis nochmal neu mit dem Ma\u00dfstab der eigenen Erwartungshaltung zu stellen. Eine Art Wettbewerb.<\/p>\n<p>Wettbewerb insbesondere um die Qualit\u00e4tskennzahlen: Drawdown, d.h. die limitierung des maximal erlaubten Verlustes, Kontinuierliches Wachstum \u00fcber Monate hinweg und Performance, die h\u00f6her sein muss als die der Indizes, denn anderenfalls verliert ein aktiv gemanagtes Porfolio die Daseinsberechtigung und man f\u00e4hrt besser und entspannter mit ETFs auf den Vergleichsindex.<\/p>\n<p>Der wichtigste Punkt aber &#8211; das wurde mir erst sp\u00e4ter deutlich &#8211; ist, dass der Fokus bei diesem Projekt nicht mehr auf der Entwicklung liegt, sondern auf der Anwendung und Ausf\u00fchrung. D.h. es geht nicht daurum die richtigen Entscheidungen zu treffen beispielsweise die Frage wann und wie man Aktien kauft oder verkauft, sondern darum, dass man es vereinfacht gesagt wie ein Roboter tut. Ich konzentriere mich nicht mehr auf das &#8222;wie ich es tue&#8220; sondern auf das tun selbst.<\/p>\n<p>So spielen Dinge wie Kontiunit\u00e4t, Reproduzierbarkeit und\/oder Konsistenz eine entscheidende Rolle und sind DIE Faktoren, die letztlich den Unterschied machen. So zumindest meine Erkenntnis nun.<\/p>\n<p>Wenn man sich mal aufschreibt welche Eigenschaften das eigene Depot\/Prortfolio haben solle und das auch ernsthaft und auf Basis gesammelter Erfahrugnen tut, dann stehen da f\u00fcr mein Empfinden folgende Dinge:<\/p>\n<ul>\n<li>kontinuierliches Wachstum und Planbarkeit \/ Extrapolation<\/li>\n<li>bei m\u00f6glichst begrenztem Risiko von gro\u00dfen R\u00fcckg\u00e4ngen\/Drawdowns.<\/li>\n<li>Robustheit vor Marktschwankungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Oder anders umschrieben: Ein Depot, das online ist, wenn der Markt steigt, und offline wenn der Markt korrigiert (und erst recht wenn er stark f\u00e4llt).<\/p>\n<p>Diese Eigenschaften lassen sich in eine Qualit\u00e4tsformel packen, die ich gerne mit Euch teilen w\u00fcrde. Diese Formel dr\u00fcckt das durchschnittliche Wachstum eines Depots aus und setzt es ins Verh\u00e4ltnis zum Risiko. Nicht Neues, wird man einer denken, und das stimmt auch teilweile. Es ist vergleichbar mit der Sharpe-Ratio. Doch im Unterschied zu der Sharpe Ratio nimmt es als Basis nicht die Schwankung des Marktes sondern des Depots selbst an. Nach 6 Monaten sollte diese Kennzahl auch belastbar sein f\u00fcr erste Tendenz-Aussagen, daher will ich sie euch zeigen<\/p>\n<p>Ich taufe diese Kennziffer:<\/p>\n<blockquote><p><strong>P(erformance)p(er)R(isk)_Y(early) &#8211; PPR_Y.<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Es ermittelt sich am durchschnittlichen Ertrag [%] und teilt ihn durch das maximale Drawdown.<\/p>\n<p>Ich komme f\u00fcr das Nebenwerte Wikifolio auf 14,5% Ertrag in den ersten 6 Monaten, d.h. pro Monat 14,5% \/ 6 = 2,42%.<\/p>\n<p>Da mich nicht die monatliche Performance interessiert, sondern aufgrund meiner langfristigen Planungen immer die j\u00e4hrliche, multipliziere ich den monatlichen Wert mit 12 um den erwarteten j\u00e4hrlichen Ertrag zu ermitteln. So bekomme ich eine progonstizierte Performance von satten 29% auf das Gesamtdepot und genau in diesen Regionen m\u00f6chte ich es auch haben. 20-30% sollen es schon sein, f\u00fcr die ganze Arbeit, die damit verbunden ist.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes nehme ich die ermittelten 29% Ertrag ins Verh\u00e4ltnis zu 4,4 Drawdown, dann komme ich auf\u00a0 einen PPR_yearly Wert von 6,6. Oder \u00fcbersetzt: Ich kann mit diesem Depot 6,6 \u20ac Gewinn pro 1 \u20ac Risiko als Pr\u00e4mie erwarten. Gro\u00dfartig! (Anzustreben ist ein Wert &gt;= 2,5)<\/p>\n<p>Soweit zur Theorie, zur\u00fcck zur Praxis. Entscheidend ist nun, dass all die sch\u00f6nen Eigenschaften des Depots auch belastbar bleiben \u00fcber eine lange Zeit hinweg und genau an dieser Stelle ist mir in den letzten Monaten das das Licht aufgegangen. Und zwar genau an der Stelle, als ich angefangen habe das Depot und seine Eigenschaften in den Mittelpunkt zu stellen und nicht mehr die Aktien(bausteine). Diese sind nur Mittel zum Zweck und sie interessieren mich eigentlich nur untergeordnet. Da habe ich in den letzten Jahren viel experementiert. Vom Kurz- zum Langzeitinvestor, vom Dividendensammler \u00fcber den Fundamentalanalysten zm Chartisten. Alles durch. Letztendlich geht es um eins. Ich will dabei sein wenn die Aktie steigt und raus sein wenn sie f\u00e4llt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.depotblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/nebenwerte_aktiv.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4773\" src=\"https:\/\/www.depotblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/nebenwerte_aktiv.png\" alt=\"\" width=\"1174\" height=\"605\" srcset=\"https:\/\/www.depotblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/nebenwerte_aktiv.png 1174w, https:\/\/www.depotblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/nebenwerte_aktiv-300x155.png 300w, https:\/\/www.depotblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/nebenwerte_aktiv-768x396.png 768w, https:\/\/www.depotblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/nebenwerte_aktiv-700x361.png 700w\" sizes=\"(max-width: 1174px) 100vw, 1174px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Teilweise wei\u00df ich im Unterschied zu fr\u00fcher heute gar nicht, womit das Unternehmen, welches im Depot ist, sein Geld macht. Ich m\u00f6chte auch nicht meine Zeit daf\u00fcr opfern tiefgr\u00fcndig zu untersuchen ob eine Aktie erfolgsversprechend ist oder nicht. Im Grunde m\u00f6chte ich ja wie oben beschrieben nur dabei sein wenn sie steigt und aussteigen wenn sie f\u00e4llt. Wenn ich sicher stelle, dass ich eine gute Auswahl (=Watchlist) habe und anfangs jeder Aktie die Macht raube mein Depot zu zerst\u00f6ren, ihr aber die Chance lasse es zu heben und sicher stelle, dass ich im Zweifel schnell austauschen kann, werde ich den Qualit\u00e4tsanforderungen des Depots gerecht.<\/p>\n<p>Daher besteht mein Depot im Prinzip nicht aus (bis zu) 20 Aktien, die aktiv sind, sondern eigentlich aus 50 &#8211; meiner Watchlist &#8211; die komplett im Fokus steht und die automatisiert Einstiegs- und Ausstiegssignale generiert. Dank der Programmierk\u00fcnste meines Arbeitskollegen Max, der ein unglaublich m\u00e4chtiges Excel-Tool entwickelt hat, welches Kurse automatisch aktualisiert und bewertet.<\/p>\n<p>Ich setze also roboterhaft die Handelsentscheidngen des erarbeiteten Programms um, stelle nichts in Frage, kaufe und verkaufe, halte mich an die Regeln und mittlerweile wei\u00df ich, dass dies DER entscheidende Erfolgsfaktor ist.<\/p>\n<p>Ich behaupte mal, dass jeder innerhalb k\u00fcrzester Zeit in der Lage ist eine Handelsstrategie zu entwickeln, die erfolgreich ist. Doch es werden nur wenige in der Lage sein uneingeschr\u00e4nkt und mit vollem Fokus diese Strategie auch dauerhauft \u00fcber Jahre anzuwenden, denn die M\u00e4rkte sind voller Informationen und der Mensch voller Emotionen und Ideen, die einen schnell vom Weg abbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Genau an dieser Stelle macht es einen Unterschied. Daher verlieren h\u00e4ufig sehr gute und ambitionierte Hobby-Aktien-H\u00e4ndler oder ganz zu schweigen von unz\u00e4hligen &#8222;gro\u00dfen&#8220; Fonds-Strategen gegen einfach gestrickte Strategien wie z.B. das Kaufen immer am selben Datum, die Sell-In-May Strategie usw und so fort. Es geht schlicht und einfach darum eine aufgestellte Strategie kontinuierlich anzuwenden und sich stets daran zu halten.<\/p>\n<p>An diesem Punkt bin ich jetzt. \u00dcber 10 Jahre lang habe ich intensiv ausprobiert und versucht. Erfolg und Misserfolg gehabt, viele kleine und gro\u00dfe Lektionen mitgenommen und jetzt ist es an der Zeit die Versuche einzustellen und zur Anwendung zu kommen, denn da z\u00e4hlen ganz andere Dinge als Entry und Exit, Positionsgr\u00f6\u00dfe und Marktausblick. Es z\u00e4hlt Reaktion und Aktion und kann weitaus schwieriger sein als es sich anh\u00f6rt.<\/p>\n<p>D.h. ich ziehe jetzt einen Strich. Das gilt sowohl f\u00fcr das Nebenwerte-Aktiv Depot als auch f\u00fcr das Saisonal-Depot. Beide werden nach der selben Strategie gefahren. Diese steht und wird -wenn \u00fcberhaupt in den kommenden Jahren h\u00f6chsten in Nuancen verfeinert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem im Januar 2019 geschaffenen Wikifolio verfolgte ich das Ziel meine bisher gesammelten Erfahrungen am Aktienmarkt, insbesondere mit Nebenwerten in eine automatisierbare Strategie zu gie\u00dfen. 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