Trading in einer Range

Zunächst einmal ein Blick auf die letzten 2 Wochen, denn es ging wieder auf und ab. Zischenzeitlich ist das Depot dem All-Time-High wieder nahe gekommen, doch nach dem Kurssturz der Märkte Ende der vorletzten und Anfang letzter Woche (Thema: China), habe ich sämtliche Buchgewinne wieder abgegeben und wurde mit meinem ETF auf den DAX ausgestoppt und konnte dadurch wieder nur einen kleinen Gewinn daraus mitnehmen. Aber immerhin. Gewinn wohlgemerkt.

Die Frage ist nun: Wäre es richtig gewesen die Buchgewinne mitzunehmen Mitte letzter Woche?

Rückblickend betrachtet lautet die Antwort: „Mit Sicherheit ja!“. Im Augenblick des Handels letzter Woche allerdings meine ich, dass ich als Trader fast alles richtig gemacht habe und eigentlich recht zufrieden sein kann mit den Trades, d.h. dass ich alle Regeln eingehalten habe. Damit sind es gute Trades.

Ich erkläre auch gerne auch warum bzw. warum ich mich letzte Woche Donnerstag entschlossen habe NICHT im Gewinn zu schließen, sondern die Gewinner laufen zu lassen. Kurzum, um es auf den Punkt zu bringen: Die Trades waren alle soweit im Gewinn, dass die Möglichkeit bestand die Stopp-Loss Marken auf Einstandskurs bzw. darüber setzen zu können. Alle Trades waren also soweit abgesichert, dass sie dem Depot keine Schaden anrichten konnten (abgesehen von möglichen Gap-Down Eröffnungen, die ein Slippage zur Folge haben). Klar hätte ich die Positionen bei den ersten Anzeichen von Schwäche (sie waren wie gesagt da..!) aber!

Welchen Grund habe ich als Trader meine Gewinner zu schließen und damit zu schneiden? Keinen. Eigentlich. Wäre da nicht die Saison. Wie viele von Euch wissen, bin ich enger Verfechter des saisonalen Tradings. In den Monaten November bis April entstehen oft die großen Trends, in den Monaten Mai bis Oktober oftmals Korrekturen, bzw. „Trading-Ranges“, d.h. eher ein „Gezappel“. Es ist daher oftmals nicht klug in diesen Monaten auf einen Trendausbruch zu setzen, was ich tat.

Das Problem ist, dass sich der Markt, besser gesagt das Marktverhalten jährlich ändert. In diesem Jahr, das zeigt auch der Chart unten war es die richtige Wahl nur kurze, d.h. 2-5 Tage andauernde Swings mitzunehmen und zu schließen. Im Grunde hat sich der S&P nicht bewegt in den letzten 6 Monaten.

spx

Das Blöde ist auch: Nur weil es richtig war in den letzten 6 Monaten ständig mitzunehmen, muss es noch lange nicht heißen, dass die nächsten 6 Monate genau so ablaufen werden.

Sehr ermüdend. Zum Teil auch frustrierend, vor allem wenn man wie ich Anfang des Jahres den Fehler gemacht hat die Rallye in Q1 vorzeitig zu schließen.Sie lief weitestgehend ohne mich. Mein Wikifolio wäre +40% (!) höher heute. Das tut weh, das soll auch nicht nochmal passieren. Diesen Fehler zu vermeiden ist von da an klar mein Fokus. Aber ich werde wohl noch den ein oder anderen Backtest durchführen müssen, weil ich das Gefühl habe, dass es besser ist im Sommer bei neuen Hochs Gewinne mitzunehmen.

Was bei mir allerdings hängen geblieben ist, war 2013, wer dort im Sommer bei neuen Hochs seine Gewinne mitnahm, hat einen Großteil der Rallye verpasst.

 

2013

Fazit.

Wichtig ist meiner Ansicht nach vor allem eins: Wenn man ein bewährtes System hat, welches ausreichend „backgetestet“ wurde und positive Ergebnisse aufweist, ist es ohne Wenn und Aber zu befolgen. Es wäre sicherlich ein großer Fehler dieses über Board zu werfen, nur weil es gerade keine großen Erträge abwirft.

Meine Tradingprinzipien sind. Signal kaufen, Stopp so schnell es geht nachziehen, und LAUFEN LASSEN. Nur die großen Gewinner führen auch zu großen Sprüngen. Es gilt die Verlierer zu schneiden und die Gewinner laufen zu lassen.

Gute Woche!