Rückbesinnung

Ich habe seit längerem wieder die Performance-Seite aktualisiert. Dabei musste ich leider wieder zurück zum 4% Wochenniveau, das mich stark gemacht hat. Seit Anfang September läuft es nicht, und so müsste ich nach 8% Plan knapp bei 3700 Euro stehen und da bin ich aufgrund der vergangenen 8 Wochen weit zurück. Der short-Trade gegen den Trend bei 1092 Punkten im SPX hat mich schlappe 960 Euro gekostet und heute muss ich froh sein, die Reissleine gezogen zu haben. Unverständlich aus heutiger Sicht warum ich mich nicht an die Regeln hielt und was mich verleitete auf eine Korrektur zu warten, die nicht kam. Dazu unten mehr.

Rückblickend betrachtet, erstaunt es mich mich sehr, dass ich in den von außen betrachtet extrem schwierigen, weil schwankungsanfälligen Märkten im Sommer so gut abschloss. Über 10 Wochen lang mit einer recht konstanten Rendite von 10%-12% pro Woche. Und das in einem Markt, den ein Großteil der Teilnehmer als schwankend und schwierig einstufen wird. Davon bin ich überzeugt. Profis nennen diese Märkte „Trading-Range“. Ziemlich pünktlich zum September startete aber die Rakte, die ich 2 Tage zuvor noch sah: „größte Chance für ein bullishes Szenario“ geschrieben am 29. August. Alles was im Nachgang geschah ist rückwirkend betrachtet höchst interessant, wie ich finde, und lohnt der Aufarbeitung.

Am 30.9. machte der Markt noch einen fiesen ;) Abgang nach unten, kam sehr nahe an die Lows, erreichte sie aber nicht. Es erwischte mich mit doppelter Postion long SPX und kostete damals knappe 350 Schleifen, der bis dahin größte Drawdown, und lockte  mich in den Irrglauben, die Bären wären doch weiter am Ruder. Gleich am Tag darauf zum ersten September kam dann der Startschuss, den ich größtenteils von der Seitenlinie aus beobachten musste, für den Trendtrade war ich einfach 1,5 Tage zu früh dran und wurde von Mr.Market auf die hinterhältigste Art und Weise ;) abgeschüttelt. Natürlich hatte ich Signale für den long, alle bewärt und zig mal erfolgreich getestet aber es war wohl der bis dahin größte Verlust, der mich innerlich so angriff, dass ich longs nicht wirklich traute. Die Lehre, die ich heute daraus ziehen muss, ist die, dass ich mit einer kleinen Position solche Reversal-Pattern traden muss, denn zum damaligen Zeitpunkt war selbstverständlich der Down-Trend intakt und ein long-Einstieg gegen den Marktkonsens.

Soviel zum Thema Trading ist einfach. Und so viel zum Thema Analyse und Umsetzung. Die Psychologie ist der zentrale Punkt im Trading und das öffentliche Hosen-Runter hier weiter oben soll es unterstreichen. Auch mit den richtigen Gedanken und einer perfekten Analyse kann dir der Markt so richtig eine „überbraten“, wenn du nicht diszipliert mit der richtigen Positonsgröße unterwegs bist. Bist du es nicht, wird dein Handeln zwangsläufig emotional. Du verlierst einen größeren Betrag, verlierst dadurch an Selbstvertrauen, verlierst dein Ziel und drohst in den Sog des größten aller Fehler zu landen: Es wieder aufholen zu wollen.

Auch wenn mir am 29.8. noch klar war, dass der Markt aus einer Trading-Range demnächst ausbricht (die Richtung wusste ich natürlich nicht) und in einen Trend übergehen müsste, konnte ich mich an die Analyse schon 2 Tage später durch den größeren Verlust nicht mehr erinnern. Das ist psychologisch schon recht interessant und ich ziehe meine Schlüsse draus, mein öffentliches Tagebuch, denn nichts anderes ist das hier, mir auch mal durchzulesen später.

Am 1.9. schrieb ich: „Ampeln auf grün„. Und im Kommentarfeld weiter ist noch das alte Denken drin, warten Auf Rücksetzer, achten auf „reversal-bars“, etc. Kosmo und Klewe warnten mich im Kommentarfeld bereits, dass es mit Rücksetzern schlecht aussehen könnte. Und sie behileten recht. Ich nehme heute mit: Nach explosiven Ausbrüchen warten nur Amateure auf Rücksetzer. Sie kommen nicht und die Gründe dafür liegen auf der Hand: shorties, die noch raus müssen (zu jedem Preis), Neutrale, die Einstiege brauchen, sowie Performance-Druck der Fonds kurz vorm Jahresende und das nach einem Seitwärtsmarkt. Eine explosive Zusammensetzung, die eine 2 Monats-Rallye 200 SPX Rallye erklärt und das ohne jeden Rücksetzer.

Bis dahin hielt ich an der Strategie fest, viele kleine Wellen zu reiten. Spätestens nach einem impulsiven Ausbruch aus einer Konsolidierung heraus ist dies falsch. Das ist die große Lehre, die ich aus den vergangenen 2 Monaten nun ziehe. Wenn ich merke, dass ein Trend entsteht kaufe ich ihn und lasse den Stopp über die Dauer walten. In einer Konsolidierungsphase muss die Haltedauer kurz sein, in einem sich anbahnenden Trend muss ich den Trade versuchen Raum und Zeit zu geben. Die Frage der Fragen ist jetzt wie ich im Vorfeld einen Marktwechsel von Trading-Range zu Trend erkennen kann und ob ihr es glaubt oder nicht – damit habe ich mich die ganze Woche über beschäftigt und werde es demnächst mal vorstellen.

Hier im Projekt lege ich wieder Wert auf die Wochenperformance. Meine erfolgreichen Trades sind alle in Trendrichtung gelaufen, der große nicht erfolgreiche, ihr werdet es erraten: gegen den Trend. Ich bin mit Ende dieser Woche bei 2014,87 Euro habe immer noch 101% Performance und konzentriere mich wieder auf meine Stärken: Handel des SPX und Dow30 und zwar in Trendrichtung. Das Ziel für die nächste Woche sind knappe 80 Euro oder 120 Ticks.

Ein schönes WE! Ich werde mir heute mal WallStreet2 antun. Bis die Tage

4 Gedanken zu „Rückbesinnung

  1. Sorry, bei mir erscheint die Performance-Seite immer noch mit Stand 38te KW.
    Meine Kommentare mit Links werden zwar übertragen aber nicht veröffentlicht.

  2. Ok, also es will absolut nicht! Dann machen wir es anders. -> Bei Youtube nach Sive Morten suchen, dort findet ihr auch den Original-Link. Er veröffentlicht dort tägliche Forex-Analysen und arbeitet mit den allgemein nicht zugänglichen Chart-Tools und Pattern-Set nach Joe DiNapoli. Sein Englisch ist gewöhnungsbedürftig, dafür sind seine Analysen klasse.

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