Zurückhaltung zahlt sich aus

Ich bin zufrieden. Die defensiv passive Strategie zahlt sich aus. Wahrscheinlich könnte ich aber auch sagen, dass man mit den Jahren an der Börse und den tausenden von gemachten Fehlern dann doch Stück für Stück besser wird. Ich habe im Oktober einen perfekten Einstieg erwischt, bewusst die Position laufen lassen und auch ganz bewusst alle Aktien behalten, die während der Korrektur im Sommer eine außergewöhnliche relative Stärke bewiesen haben, d.h. weitaus weniger korrigierten als der Markt.

Es kann für Aktien keinen besseren „Tell“ geben. Wenn Aktien bei einem schwachen Markt stark bleiben und kein Verkaufsdruck aufkommen will, dann steckt „value“, echter Wert dahinter und häufig sind es dann die Highflyer von morgen. Und so war es auch.

Wenn mich jemand fragen würde wie er am einfachsten gute Aktien finden könnte, dann würde ich ihn auf jeden Fall antworten, dass er sich vor allem anschauen soll wie sie sich verhalten oder verhalten haben wenn der Markt schwach war. Das ist eigentlich jeden Sommer der Fall. Gibt es Aktien, die in den Sommermonaten nicht nachgeben wollen, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass bei Marktstärke diese Titel außerordentlich zulegen werden.

Das Gute an einem geteilten Portfolio, so wie ich es derzeit fahre ist dann auch dass die guten Aktien auch kurzfristige Rückgänge des Marktes abfangen, d.h. die Depotperformance glätten, weil sie stabil bleiben während der Markt leicht korrigiert. Das werde ich von nun an die kommenden Jahre genau so fahren.

Wie ist nun der Plan für die kommenden Wochen und Monate? Ganz einfach: Weiter auf den Händen sitzen und fleißig die Stopps nachziehen. Wir sind im Bullenmarkt und haben einen intakten Trend. Die Chancen für einen weiteren Anstieg sind viel größer als für einen Abstieg. Prognosen aufzustellen lohnt nicht, der Markt macht sowieso was er will und das Ziel muss nach wie vor sein, bei schlechten Tagen nichts zu tun (denn der Stopp weiß wie weit es zurück kommen darf) und darauf zu achten, dass man dabei ist wenn es große Plustage gibt. Wie heute oder wie gestern. Darauf kommt es an. Gutes Market Timing benötigt auch eine große Time in Market.

Ich habe auch in diesem Jahr Lehren gezogen aus meinem auch in diesem Sommer nicht zufriedenstellenden Handelsverlauf. Es gab zwar eine deutliche Verbesserung dieses Jahr im Vergleich zum letzten Sommer, dennoch habe ich in Performance eingebüßt und ab Juni bis Oktober alle 3 Monate negativ abgeschlossen. Die richtige Stellschraube lautet in diesen Monaten dann doch short-ETFs im Depot zu handeln und diese durchaus auch laufen zu lassen in den kritischen Monaten. Die Regel, die mir verbeitet im short-ETFs in Bullenmärkten zu handeln wird also verändert. In den 3 besagten Monaten darf ich es.

Auch wenn erst noch der Winter vor der Tür steht, ich kann die schwierigen Sommermonate kaum erwarten, denn da gibt es ein paar Dinge, die ich zu verbessern habe.

 

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