Weiter im topping-mode

Als erstes muss festgehalten werden: Der Trend ist intakt. Bullen sind im Vorteil. Es gibt keinerlei negative Nachrichten und daher nichts, das die Bullenseite veranlasst aus den long-Positionen zu flüchten. Punkt. Das muss man so stehen lassen und eigentlich kann man an dieser Stelle schon mit der Marktanalyse schluss machen.

Es gibt technische Signale, die Überkauftheit signalisieren – seit Wochen. Es gibt Signale, die auf Divergenzen hinweisen, ganz frisch, ich werde sie gleich mal zeigen, aber ich gebe zu bedenken, dass es sich um technische Chartsignale handelt und Chartsignale, die im Bullenmarkt eine Überhitzung signalisieren nicht unbedingt die besten Erfolgschancen haben. Die Wirtschaft läuft, zumindest bei uns, und die Leute schöpfen Hoffnung und sehen positiv in die Zukunft. Warum sollte es nach derzeitigem Stand also stark abwärts gehen? Ich wäre gespannt was R.Prechter hierzu heute anworten würde, nachdem er im August mal einige Schüsse Panik in den Abendhimmel feuerte.

Ich habe letzte Woche schon kurz von mir gegeben, trotz vermeidlich sicherer bullisher Lage keine Longs mehr handeln zu wollen. Bis heute hab ich das nicht bereuen müssen. 0,55% legte der SPX letzte Woche zu, der Indu 0,63%, der NDX gar nur 0,3%. Ich sehe daher beim besten Willen nichts, was mir Einstiegspanik und Hoffnung auf kurzfristig weiter steigende Kurse signalisieren will. Mein Statement zum Markt wäre also kurz und knapp, dass der Bullenrallye langsam aber sicher der Treibstoff aufsgeht. Trotzdem: ich habe größten Respekt vor jedem, der in einem Markt wie in der vergangenen Woche Geld raus holt. Da muss wirklich antizyklisch getradet werden auf kurzfristiger Zeitebene. Buy the dips, sell the tops. Wer das kontinuierlich und wiederholbar schafft, darf sich ohne jeden Zweifel auf die Schulter klopfen. Wie dem auch sei, für diese Woche lohnt der Blick auf 2-3 Charts:

1. VIX, der die neuen Tops nicht mehr mitmacht und higher lows bildet, d.h. er divergiert zu den higher highs in Aktienindizes:

2. der SPY, der ungefähr geschätzte 2 Tausend Reversal-Bars in den letzten 3 Wochen zeigte ;)

3. ein “All-Up-Day” am Freitag. In bislang fast allen Fällen ging es am Folgetag abwärts. Diesmal auch? Hier der Chart. Quelle: cobrasmarketview.blogspot.com

Also, um es nochmal kurz zusammenzufassen. Long an dieser Stelle aus meiner Sicht mit zu geringen Chancen, shorts mit größeren Risiken. Ich warte lieber erste down-Bewegungen ab und springe auf bei kleineren Gegenbewegungen in den short Zug. Der für longs ist schon lange abgefahren.

9 Gedanken zu „Weiter im topping-mode

  1. Hi Lukas,

    habe mich die ganze Woche fern gehalten von der Börse. Meine shorts hatte ich alle geschmissen und leider habe ich den Bullen misstraut… leider..
    Das hat mich einiges gekostet..sehr ärgerlich…doch gegen den Trend zu traden ist absoluter Blödsinn….
    Im Moment bin ich flat, weil ich glaube, das die Börse etwas großes vorbereitet….
    Ich gebe Dir in soweit recht, das die Bullen derzeit das Zepter in der Hand haben..die Wirtschaft läuft…und die Schuldenpbroblematik oder andere Schwierigkeiten ausgeblendet sind.
    Ich warte derzeit geduldig, wie Du auf eine wirklich neue Tendenz, weil in Wirklichkeit, läuft die Wirtschaft doch anders…

    Mal sehen wie die Woche wird und wie es nach den Wahlen ist.

    Gruss
    Heiko

    Für deine neue Einschätzung danke ich.

  2. Don’t fight the trend! Das gilt in allen Zeitebenen in denen man tradet. Bei jedem Handel an der Börse trifft eine bullische auf eine bärische Meinung und umgekehrt, also gebraucht werden beide!

    Lukas (am 20.10.10):..Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und sage: Das nächste Hoch ist das Letzte vorerst. Es kommt mit einem Gap-Up.
    Wie ihr vielleicht gemerkt habt, trage ich eher Hörner als ein langes Fell. Daher sind meine Beiträge (häufig) auch eine abweichende Sichtweise. Ich sehe das aber als Möglichkeit zur Diskussion und fühle mich sehr wohl in diesem Blog und lerne hier jede Menge Neues.

    In der 42.KW hat der DAX +1,75% (seit 31.12.: +10.9%), MDAX +1,5% (+24%), TDAX +0,2% (+1,1%) und der SDAX +1,6% (+31%) zugelegt! Die (möglicherweise) unterinvestierten Fondmanager kriegen zunehmend Probleme und müssen an ihrer Jahresperformance schrauben. Also Korrektur ja, aber ein Crash oder Double-Dip? Scheint im Moment unmöglich. Selbst N. Roubini oder Marc Faber tauchen im Moment nicht mehr auf, was immer ein schöner Kontraindikator ist:
    http://www.marketoracle.co.uk/Article23571.html

  3. Hallo Zusammen,

    im letzten Block schriebt Ihr vom USD/JPY, wo ich unsicher bin, wann die Wende kommt. Ist Sie schon da oder jetzt erst angesprungen?

    Gruss
    Heiko

  4. Servus!
    Passt schon, Klewe. Bin sehr froh über gegenteilige Meinungen und Ansätze das eigene Denken in Frage zu stellen. Und du sagst schon richtig: Der Trend sollte keinesfalls “bekämpft” werden. Die Wahrheit ist, dass seit September egal an welchem Punkt man eingestiegen ist, man bislang immer mit Gewinn schließen konnte und so sind die Gedanken über eine Top-Suche wie du schon richtig schreibst falsch.
    Nichts dest trotz halte ich für mein pers. Befinden einen Einstieg in longs an dieser Stelle für nicht vertretbar, denn ich sehe gänzlich anderes Verhalten bei neuen Highs als noch vor 2 Monaten. Während damals die neue Höchststände nachgekauft wurden, werden sie heute zum “abladen” genutzt und so lassen die Kurse schnell nach. Ist das vertrauenserweckend? Soll jeder für sich beantworten, ich meine: nein.
    Bitte nicht falsch verstehen. Natürlich ist es möglich, dass morgen z.B. neue highs angegangen werden und natürlich ist es genau so möglich, dass lows fallen, die Frage ist nur was man damit macht und ich für mich halte mich aus longs seit letzter Woche raus selbst wenn ein Angriff auf 1200 im SPX aus psychl. Gründen schon auf der Hand liegt.
    Da halte ich es wie Heiko und halte mich lieber raus wenn die Setups, die ich brauche nicht vorliegen.

    Weiter so!

  5. Der S&P 500 befindet sich an der unteren Unterstützung. Verletzt wurde schon hin und wieder, doch im Schluss lag er immer über der Marke 1180 Pionts.
    http://www.wavaholic.com
    …ich bin davon überzeugt, das die Auftriebskräfte derzeit einfach größer sind und somit jederzeit ein starkes -UP- kommen kann. Ich gehe mit Dir “Dacor” Lukas, in der sichtweise auf 1200 Punkte.
    Nur sollte das erreicht werden, dann sehen wir auch höhere Ziele und long wäre “on” gewesen.

    Also viel Erfolg für alle

  6. +160 Euro heute. Bin jetzt wieder flat, da wir am MA20 im Daily angekommen sind. longs sind weiterhin keine Option.
    Dies sind jetzt exakt die Punkte, die in den letzten Wochen zum Nachkaufen genutzt wurden. Diesmal auch? Ich glaube nicht, aber ich lasse lieber den Markt entscheiden und mich wieder einstoppen anstatt mich auf “gut Glück” zu positionieren.

    Geht wieder aufwärts im Projekt!

  7. Guten Morgen,

    Indices weiterhin noch oben, aktuell handel ich mehr die Devisen. Eurusd sieht eher weak aus und aufgrund der Zinsspreads die sich in Europa wieder ausweiten, sollte der Euro auch wohl wieder unter Druck kommen. Auch EURGBP interessant für Short. Kommende Wochen werden interessant werden, Fed-Sitzung, Kongress-Wahlen USA und G20, es dürfte wieder mehr Schwung in die Märkte kommen im Nov.

    USDJPY hatte ich mal vor einiger Zeit geschrieben, meiner Meinung sind wir fast soweit um eine entsprechende mittelfristige Position aufbauen zu können. LZ und Basis für die Option stell ich dann später mal rein. Auch kleine Position Forex sind denkbar.

    Good Trades

  8. glaube auch, Kosmo. EUR/USD sieht schwach aus, ein Blick auf den USD-Index bestätigt es. Der $ bekommt wieder Stärke. Auf welcher Zeitbasis handelst du Forex? Intraday nehme ich gern den 5min, aber ansonsten selten unter 4h Einstellung. Wie ist es bei Dir?

  9. Hi Lukas,
    ich handle grundsätzlich erst ab 60 min. Zeitfenster, desweiteren schau ich mir den 180 min. oder 240 min. Chart an und dazu noch daily. Das war es dann aber schon und ab und zu Weekly oder Monthly, um eventuelle Trendwenden besser erkennen zu können oder wichtige Haltepunkte.

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