Update zum DAX

Es wird Zeit die eher ungeplante und lange Pause hier im Blog zu beenden und wieder loszulegen. Es gilt einiges aufzuarbeiten.

Der Markt hat mittlerweile eine ansehnliche Korrektur hingelegt. Dabei zeigten die US-Märkte eine sehr viel deutlichere Schwäche als der Deutsche Markt, welcher sich in den vergangen 4 Wochen sehr stark zeigte und eine außergewöhnliche Outperformance hinlegen konnte. Ich habe fundamental keine Erklärung dafür. Vielleicht wurden neue Investoren durch die offizielle Verkündung vom Ende der Rezession in der Euro-Zone gelockt. Anders herum könnte man sich auch fragen: Warum soll der Deutsche Markt auch korrigieren? Es gibt keinerlei Anzeichen einer Konjunkturschwäche, sämtliche wichtigen Wirtschaftsdaten konnten überzeugen. Vermutlich werden deshalb die Rückgänge noch gekauft. Werfen wir einen Blick auf den DAX, wie immer vom großen ins kleine Bild:

 

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Entscheidend im DAX sind die 8360 Punkte. Sollten sie fallen steht der Bär im Haus, auch wenn es massig potentielle Unterstützungen gibt. Ich denke dennoch dass es erst bei 8000 dann halten dürfte. Aktuell notieren wir drüber, demnach bin ich eher bullish.

Wikifolio

Ich möchte auch gerne kurz ein Paar Worte über die Wikifolio-Positionierungen verlieren. Aktuell stabilisiert sich das Depot mit den gut erwischten saisonalen Longs auf Gold und Silber. Um die saisonalen Vorteile auszuspielen werde ich auch nicht vor November verkaufen, da müsste es schon einen mächtigen Einbruch geben, welcher aber nicht in Sicht ist. Der short auf DAX ist ebenfalls saisonal wenngleich mit einem miserablen Einstieg. Ich bin sicher, dass die Position bis Ende Oktober noch deutlich in den Gewinn rauscht, für die Zwischenzeit aber wirkt sie eher als Bremsklotz. Da aber keinerlei bessere Ideen für Investments vorhanden sind und der Markt auf des Messers Schneide tanzt wie oben zu sehen ist, bleibt die Position drin. Das wird sich auf lange Sicht auszahlen, das lehrt die Erfahrung.

Der dicke Drawdown vom Juli/August verdient auch eine kurze Aufarbeitung. Er zeigt mir doch wieder deutlich worauf es beim Trading ankommt. Nicht auf gute Aktien sondern auf guten Handel. Ich werde mich in Zukunft bei austoppenden Märkten definitiv vorsichtiger verhalten und möglicherweise Neuinvestitionen in Aktien meiden. Eine gute Lehre jedenfalls die deutlich zeigte wie tricky das Aufspringen auf einen fahrenden Zug sein kann… Morgen mehr.

Lukas

5 Gedanken zu „Update zum DAX

  1. Upps, ja ham wir denn schon November? :-)
    Timing ist ein wichtiger Faktor im Traden, rt. Sieht man bei den 3D-Aktien, die sich später alle noch zu neuen Hochs aufgeschwungen haben.
    Manchmal trifft man die optimalen Punkt (Gold) und manchmal eben nicht. Mir helfen hier immer die Bollinger Bänder im Daily, insofern kann ich den Verkauf vom Gold/Silber gut nachvollziehen. Verbunden mit den alten Hochs bei 1424 und diversen anderen Chartsignalen sowie Pivots, sehe ich nicht mehr viel Raum nach oben. Bei der politischen Lage ist natürlich alles möglich, aber unten wieder anstellen ist auch meine Idee. Auf jeden Fall hast du John Paulson klar ‚ausgetimt‘.
    P.S.: Vielleicht einfach mal regelmäßig bloggen, kaum hast du dich gemeldet, lief alles in deine Richtung!

  2. Ja, vom Regen her definitiv November ;-) Spaß bei Seite. Der Gold/Silber Ausstieg gestern war alles andere als gewollt. Musste aber sein, weil es gestern zu einer Panik Kaufbewegung kam nach dem Abverkauf bei den Indizes mit 10:1 Down-Volumen und wie du schon sagst zig klassische „Überkauft“ Indikatoren angeschlagen haben, z.B. RSI(14) oder die von dir genannten. Mir war klar, dass der Ausstieg nicht perfekt war, aber die Situation war eindeutig. Ich will jedenfalls wieder einsteigen noch vor dem 50% Retracement der Aufwärtsbewegung seit Low. Bei Silber z.B. im Bereich 22,30$. Hoffentlich bekomme ich die Gelegenheit. Passiert mir nicht selten, dass die Dinger dann doch nach oben weg laufen. Da muss ich jetzt aufmerksam sein.

    Die 3D Aktien waren schon eine echt bittere Nummer. Es ist eben extrem schwierig auf einen fahrenden Zug aufzuspringen. Man kann mit einer Einschätzung zu einer Aktie (stark oder schwach) ohne große Anstrengungen begründet richtig liegen, aber der Handel ist trotzdem etwas ganz anderes. Ich werde jedenfalls nach meinen alten gewohnten Prinzipien die Gesamtmarktkorrektur abwarten um da wieder einzusteigen. So Ende Oktober Anfang November vielleicht. Ich bin schlecht darin auf Züge aufzuspringen. Meine Stärken kann ich in Märkten wie diesen ausspielen.

    Das regelmäßige Bloggen ist eben so eine Sache. Wenn ich könnte würde ich es täglich machen, aber es gibt auch andere Verpflichtungen oder es kommt mal ein super Sommer dazwischen ;-)
    … oder einfach nur eine schlechte Performance. Es ist nämlich anders rum, Klewe. Da will ich ehrlich sein. Die Performance steuert die Lust am Bloggen :)

  3. Na klar, es ist nicht nur alles Sonnenschein. Aber auch das Statement eines ‚Profis‘ mit einer Position im Loss ist für Deine Leser sicherlich interessant zu erfahren. Logisch das die Laune nicht die allerbeste sein dürfte.

    Ich bin sicherlich ein großer Fan der zyklischen Analyse, aber aus den Charts von McClellan (wußte gar nicht, dass der noch lebt)kann ich garnichts ablesen. Wenn man nur den oberen Chart sieht, kann ich die Welleneinteilung nicht nachvollziehen. Für mich reine ‚Willkür‘ und ohne Logik. (Auch bedingt durch die Einschränkungen der Doppeltops).
    Da haben sich aber auch schon Hunderschaften von Tradern abgearbeitet. Hier ein Forex-Blog: http://www.forex-tsd.com/metatrader-4/15911-fast-fourier-transform-cycle-extraction.html

  4. naja, jeder hat die Möglichkeit mich auch mal direkt zu kontaktieren, aber ich will mir deinen Hinweis mal zu Herzen nehmen.

    Der 10% Rückgang hat jedenfalls meine Vermutung auch bestätigt, dass viele, viele Glückritter da draußen Ihre Einsätze tätigen. Viele springen bei den kleineren Rückgängen ab. V.a. weil sie schlechtes Risikomanagement betreiben. Ich wurde da auch von einem Investor ernsthaft gefragt was denn da los ist und warum ich eine negative Performance für den Monat habe ;-)

    Meine Antwort war einfach: Weil ich in Summe mehr Positionen mit Verlust verkaufte als mit Gewinn. Ich glaube die Leute erwarten Zauberer bei dem Spiel mit Wahrscheinlichkeiten. Börse ist leider kein Sprint sondern ein Marathon aber es ist schwierig zu verstehen, gerade wenn man neu ist. Wenn ich mein Geld jemanden zum performen gebe, brauche ich einen Vertrauensvorschuss und darf die Position nicht zu groß wählen, sonst verkauft man GARANTIERT zum falschen Zeitpunkt.

    Leider werden sich einige, die ausgestiegen sind über den falschen Zeitpunkt ärgern müssen in Zukunft (oder tun es jeztt schon). Um diese Erfahrungen kommt wohl niemand herum

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