Das Top ist drin

zumindest vorerst. Vielleicht auf Sicht der nächsten ein bis zwei Monate. Es passt einfach alles zusammen.

  1. Es gibt eine negative Marktstimmung – durch die Real-Satire um Trump.
  2. Die Saison
  3. Nicht zuletzt: Wir haben einen technisch stark überkauften Markt, mit historisch hohen Preisen

Soviel zur Zusammenfassung. Ich möchte gern auf die einzelnen Punkte gleich noch eingehen. Anfangen möchte ich aber mit dem aktuellen Verlauf meines Wikifoliohttps://www.wikifolio.com/de/de/w/wflgebauer

Ich bin außerordentlich zufrieden aktuell. Wer mein Treiben schon länger verfolgt, weiß, dass ich in den Sommermonaten der letzten Jahr einige Fehler gemacht habe. Hier im Blog habe ich darüber oft geschrieben. Hier, hier, hier oder hier. Ich freue mich, dass sich die Arbeit jetzt scheinbar auszahlt und ich endlich auch eine Outperformance auch in den schwierigen Börsenzeiten erziehlen kann. Die Maßnahmen, die ich aus den vergangenen Fehlern zog, zeigen diesen Sommer endlich Wirkung.

So habe ich fast auf den Tag genau am Top des DAX meine Longs auf ein Minimum herunter gefahren und war mit ersten Shorts wenig späer schon erfolgreich (+6%). Während der DAX seit dem im Rückwärtsgang ist, konnte sich der US-Markt aber noch oben halten – zumindest vorerst. Da ich aber mit dem Wiki überwiegend Deutsche Nebenwerte handle, war es im Juli rückblickend betrachtet absolut richtig sich aus dem Markt zurück zu ziehen. Ich habe meine Invest-Quote seit dem bei nur noch max. 20% gehalten. So halte ich derzeit nur ausschließlich 3 Werte, von denen ich der Meinung bin, dass sie jederzeit überraschen können. Was ich damit meine, zeigt sich vielleicht am besten an Verbio, die gestern nach einer positiven Bewertung der Zeitschrift „Aktionär“ gut 8% zulegte – wohlgemerkt bei einem extrem schwachen Gesamtmarkt. Gleichzeitig nimmt meine mittlerweile auf 20% Depotanteil vergrößerte Short-Position auf den S&P500 an Fahrt auf, was in Summe dazu führt, dass das Wikifolio ein neues 52-Wochenhoch, ein nues High-Watermark und ein neues All-Time-High erreicht. Von mir aus kann es so weiter gehen. Es lohnt sich die Hausaufgaben regelmäßig zu erledigen. Das einzig Schwierige ist, zu verstehen, dass der Bonus für die Rückschläge und die Arbeit vielleicht erst 1-2 Jahre später kommt. Das ist die Lehre, die ich derzeit ziehe.

Hin und wieder werde ich nach Börsenbüchern befragt, die ich empfehle. Für jemanden, der nicht vielleicht mehr ganz neu dabei ist kan man auf die Frage eigentlich nur eine Antwort geben: Das beste Börsenbuch ist dein eigenes Trading-Journal!

Zum Markt

Ich meine, wie eingangs erwähnt, dass wir uns in einer größeren Korrekturphase befinden. Für Gewöhnlich laufen sie während der jetzigen Saison vorerst zum 50er gleitenden Durchschnitt (den haben wir schon durchschritten), und dann zum 200er.

Mit 5 bis 10% Korrektur seit Top ist eigentlich immer zu rechnen in der Sommerzeit. Für eine solche Korrektur braucht es meinen Erfahrungen nach eigentlich immer 3 Zutaten. Erstens, einen Umschwung der allgemeinen Börsenstimmungslage. Hier muss derzeit vor allem die Real-Satire rund um Trump als Auslöser genannt werden. Letzte Woche noch das Muskelspiel mit Kim Jong, welches offensichtlich der Hauptauslöser für den Abschwung war. Zweitens, die Saison: August, September und teilweise auch der Oktober zählen zu den schwächsten Monaten des Jahres. Und drittens, die markttechnische Lage. Noch vor zwei bis drei Jahren hätte ich der Markttechnik zwar wesentlich mehr Bedeutung zugemutet, heute muss ich aber festhalten, dass die Markttechnik einen höchstens genau so großen Anteil am Geschehen hat, wie die vorher genannten. Ich würde heute sogar behaupten, dass von den drei genannten, die Markttechnik am unbedeutensten ist. Denn die vielen Jahre an der Börse haben mich gelehrt, dass es keine zu hohen Preise geben kann. Es gibt zig Börsenweisheiten darüber, beispielsweise „Ein Markt ist länger irrational als du solvent.“, „Never short a dull market.“ – nur um einige zu nennen. Daher bin ich was die Positionsgrößen von Shors betrifft über die Jahre immer zurückhaltender geworden. Es lohnt sich viel mehr auf gute Wiedereinstiegsmöglichkeiten zu setzen.

Und das tue ich jetzt und freue mich dabei wie ein Schnitzel, denn pünktlich zum Top bin ich raus aus dem Markt, habe jetzt im Gegensatz zum Rest der Welt eine hohe Cash-Quote, habe zudem auch shorts im Depot, die mir helfen weiter zu wachsen und gleichzeitig viel Pulver bei Seite um rechtzeitig wieder einzusteigen wenn die Bullen wieder mit den Hufen scharen.

Heute mache ich mir ein Bier auf und melde mich sobald sich die Lage an der Börse wieder ändert.

Neues!

Es wird Zeit sich hier mal wieder zu melden. Anlass ist einerseits die überaus positive Entwicklung meines öffentlichen Wikifolios in den vergangenen Wochen – darauf werde ich gleich eingehen – aber auch die jüngsten Ereignisse zum widerwärtigen Anschlag auf die Spieler von Borussia Dortmund.

Offensichtlich wollte ein junger Krimineller mit Anfänger-Börsenkenntnissen mit fallenden Kursen Geld verdienen. Bereits einen Tag nach dem Anschlag hat die Börsenseite der ARD auf Auffälligkeiten hingewiesen:

http://boerse.ard.de/aktien/borussia-aktie-trotzt-dem-terror100.html

OptionsSCHEINE. Das muss man sich mal geben..! Ich bin fassungslos. Der Typ war nicht nur ekelhaft kriminell sondern undendlich dämlich. Nach Informationen von boerse.ARD.de sind scheinbar 60.000 Optionsscheine im Frankfurter Handel erworben worden. Jeweils 15.000 Stück mit den Kennnummern DG7MN5, DGQ1VU, DGM51Y und DGQ1VV.

Was für ein Vollhorst der Täter war, zeigt hoffentlich dieses Chartbild. Es handelt sich um den Kursverlauf eines der oben genannten Put-Optionsscheine auf den BVB:

Quelle: www.ariva.de

-> Zu nicht einem einigen Zeitpunkt nach der Tat hätte er eine Chance gehabt den Schrott mit Gewinn zu verkaufen! Er musste natürlich den Briefkurs bezahlen (ca. am 12.4. 0,05€). Der Geldkurs, also der Kurs zu dem er den Schrott wieder los werden kann beträgt nur ca. 0,02 – 0,03€. Ein horrender Spread! Nebenbei bemerkt, erhöhte der Emittent auch den Spread scheinbar in der Folgezeit. Mich würde mal interessieren wie er sich wohl nach seiner Tat gefühlt haben muss, denn die BVB Aktie ist sehr wohl gefallen in der Zeit nach dem Anschlag vom 12. auf den 13.4. um ca. 5% was durchaus beachtlich ist. Vielleicht ist ihn seine Dummheit am Tag eins nach seiner Tat das erste Mal deutlich geworden, denn seine Optionsscheine waren immer noch stark im Minus.

Was ich sagen will – man kann es eigentlich nicht oft genug tun:

  1. An der Börse gibt es keine schnellen Gewinne. Es sei denn man ist die Bank. Wenn man an der Börse Geld verdienen will, dann geht es nur über kontinuierliche Arbeit, gemachte Fehler und den Lehren daraus. Mit Hingabe, Disziplin, Gewissenhaftigkeit, schlicht mit ehrlicher Arbeit. Es gibt keine Abkürzung.
  2. In vielen Medien ist fälschlicher Weise die Rede von Optionen. Optionen haben mit Optionsscheinen schlicht nichts zu tun. Das ist ja auch einer der Tricks der Banken. Sie taufen das Kind nicht umsonst so und erwecken diesen Trugschluss völlig beabsichtigt.

Ich will auch unbedingt nochmal ganz deutlich auf die Macht der Banken, genauer gesagt auf deren Gestaltungsspielraum hinweisen der Produkte, die sie kreieren, die genau diese Triebe und Urinstinkte in uns wecken und das schnelle Geld in den Köpfen malen. Lasst es. Kauft Aktien. Kontinuierlich bis ihr alt seid.

Kommen wir zum Erfreulichen. Die Entwicklung des Wikifolios ist endlich die, die anvisiert war. Schlüssel hierzu ist letztlich genau das Gegenteil von dem, das der Täter im Sinn hatte. Mittel- bis langfristige Ausrichtung, Reflektion, Umgang mit Fehlern, kühles Umsetzen von Konsequenzen. Ich habe vor nicht allzulanger Zeit die Aktie First Sensor beispielsweise schließen müssen. Der Markt zeigte eine negative Reaktion auf Quartalszahlen. Das zwingt den aktiven Anleger seine Hintergründe des Einstiegs zu überprüfen. Ich tat es und schloss noch am selben Tag um das frei gewordene Geld wenig später in meine am besten laufende Aktie zu stecken.

Das Prinzip meiner Strategie ist besonders an dieser Stelle hoffe ich leicht erkennbar. Die besten Pferde im Stall werden gefördert, die Schwachen aussortiert. So habe ich aktuell ein Depot von nur noch 5 Aktien. Die derzeit schwächste SNP war vor knapp zwei Monaten meine stärkste und hat derzeit allem Anschein nach nur korrigiert – jedenfalls scheint sie aktuell wieder durchzustarten. Ich achte auch hier auf die Quartalsergebnisse. Wenn sie nicht überzeugen fliegt sie raus. Falls doch, wird sie wieder an Stärke in Form von höheren Handelspreisen gewinnen. Meine Aufgabe ist die aktive Beobachtung und schnelle Reaktion.

Sollte der Markt wider Erwarten einbrechen, werde ich natürlich aktiv. Ich bin nach wie vor natürlich jeden Tag dabei und stehe Gewehr bei Fuß. Derzeit schaut es aber so aus, als müsste ich in absehbarer Zeit nichts unternehmen. Ich gehe Stand heute davon aus, dass vielleicht Ende Juli die Stopps eng angezogen werden müssen.

Am Horizont jedenfalls ziehen Wolken auf. Der amerikanische Protektionismus wird nicht ohne Folgen an den Börsen bleiben. Aufmerksamkeit ist gefragt, denn die Börse war noch nie Einbahnstraße.

In diesem Sinne!

 

 

 

KW 3 vor OPEX

Noch nie habe ich eine so volatilitätsschwachen Markt erlebt. In den letzten 4 Woche betrug die Schwankungsbreite des S&P 500 gerade mal knapp über 1%. Das ist nichts. Eigentlich weniger als nix. Das schafft immerhin etwas Freizeit, weil es keine Setups zum Traden gibt.

Ich denke aber, dass sich das mit dem morgigen Freitag ändern wird, denn es ist (kleiner) Optionsverall. Zudem Arbeitsbeginn für den neuen amerikanischen Präsidenten Trump. Die Mainstream Medien geben für die derzeitige Ruhe im Markt das „Warten der Marktteilnehmer auf den Amtsantritt Trumps“ an. Ich denke aber, es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass es der Optionsverfall der Wahre Hintergrund ist und die big boys die Kurse an bestimmten Marken manipulativ halten. Minuten nach dem Verfall morgen wird es die ersten Marktimpulse geben (gegen 14:30Uhr) noch bevor Trum offiziell vereidigt wird (gegen 18Uhr). Wir werden es morgen sehen. Wohl möglich könnten beide Events größeren Einfluss ausüben. In welche Richtung, weiß natürlich niemand und ich am allerwenigsten. Saisonal ist die kommende Woche nach dem Optionsverfall schwach, daher gehe ich eher von einer roten Woche 4 aus.

Wenn ich mir was wünschen würde, dann wäre es eine bereinigende Korrektur im „normalen“ Rahmen von 5-10% noch im Februar. Ich habe noch nicht alle Aktien für 2017 im Depot, die ein oder andere ist mir um gute 10% schon weg gelaufen und ich muss zugeben, dass es nicht ganz einfach ist dabei zu zusehen.

Heißt also abwarten, Tee trinken für die nächsten Tage und vor allem weiter zurückhaltend agieren.

 

Telegramm für KW2

Kurz zusammengefasst

Trend: UP, ATH in Reichweite, bzw. kürzlich erreicht, Markante Widerstände aber in Sicht: Dow bei. 20.000, SPX bei 2.300. Aber: VIX sehr tief, mittelfristiger Anstieg des VIX wahrscheinlich -> tiefere Kurse im SPX/DOW/DAX.

Potential SPX: 25 Punkte up, 25 down. -> Woche neutral

Wiki: Keine Aktion nötig, da langfr. Trend up und keine bisherigen Anzeichen einer Simmungswende. Tiefere Kurse werden für weitere Käufe genutzt.

2016 im Review

2016 ist zu Ende und hier im Blog ist es zugegebener Maßen auch sehr still geworden. Es ändert sich. Zwar wird es nicht mehr wie zu Anfang wöchentliche Updates geben, jedoch will ich 2-3 Beiträge im Monat verfassen. Ich habe mir in der freien Zeit aktuell einige Gedanken gemacht wie ich hier einen möglichst großen Wert für meine Leser darstellen kann. Ich werde mich schwerpunktmäßig wieder den Marktkommentaren widmen – hier gab es immer in der Vergangenheit das größte Feedback.

Natürlich hat nicht jeder der Leser hier die gleichen Interessen, Hintergründe, Wissensstände und so sind auch die Fragen oder die Intentionen weshalb der Blog besucht wurde die selben. Sie können es nicht sein und sie sollen es auch in Zukunft nicht sein. Die drei Hauptthemen hier bleiben also insgesamt, wobei sich der Fokus auf die Themen Gesamtmarkt und Wikifolio-Handel richtet.

Fangen wir doch gleich mal mit dem Wiki an. Es bleiben unterm Strich lediglich 2,85% auf Jahressicht. Das ist enttäuschend wenig, aber es lohnt tiefer in die Details zu schauen, denn insgesamt hatte der DAX auch nicht mehr zu bieten. Hier erst einmal die Key-Facts:

 

Und hier der Jahresverlauf:

Ich bin mit dem Handel bis zum Juli, als das Depot den AllTimeHigh von 165 Punkten erreichte sehr zufrieden gewesen. Ich habe mit wenig Risiko und konstant guter Rendite handeln können und bin zum Markthöhepunkt ausgestiegen. Was folgte war ein short Desaster. Die leicht abwärtsgerichtete Seitwärtsphase im DAX handelte ich 7 mal mit shorts, wobei 6 dieser Shorts mit Verlust geschlossen wurden. Alle Trades hätten mit Gewinn beendet werden können. Insgesamt habe ich mich bis Oktober wirklich nicht mit Ruhm bekleckert.

Mein Risikomanagement half aber größeren Schaden abzuwenden, so dass sich mittlerweile im langfristigen Bild mein Marktvorteil in einem schönen Trendkanal mit higher lows und higher highs zeigt.

Dieses Jahr will ich die 200 Punkte Marke knacken. Ich werde es mit mehr Passivität in den saisonal starken Monaten und weniger Aktionismus in den saisonal schwachen Monaten Juli/August/Oktober tun.

Insgesamt ist mir aufgefallen, dass ich wesentlich besser unterwegs bin, in dem ich meine Aktien einfach liegen lasse. Hierzu werde ich mich in den nächsten Tagen noch ausführlicher auslassen.

Meine misslungen shorts habe ich aufgearbeitet und die gemachten Fehler verstanden. Grundsätzlich habe ich das Markttop auch dieses Jahr erwischt und frühzeitig erkannt, ich habe allerdings den Umschwung wie schon gesagt miserabel gehandelt. Die Fehler lassen sich alle auf einen Nenner bringen: Ich habe neue lows VERkauft. Heißt, ich bin in shorts eingestiegen NACHDEM neue lows markiert wurden. Prozyklisch geshortet – wenn man so will. Diese Trades sind in Zukunft völlig tabu. Einen schönen Chart, der verdeutlicht, wie dumm es ist in neue lows zu shorten zeigte (auch wenn mit anderem Hintergrund) bespoke.com

Von den 5 negativen Monaten war eigentlich nur der Januar mit -5% wirklich nennenswert. Im August, Sept, und Oktober betrug das Minus nur je ca. -1%. Heißt wer neue lows shortet wettet auf ein Marktdesaster und dies ist sehr unwahrscheinlich. Mit meiner Strategie hätte ich nur im Januar Erfolg haben können. Ich muss also anders handeln und das werde ich auch.

Bleibt noch abschließend der obligatorische Vergleich mit dem DAX, der zumindest eins belegt: Es war ein wirklich schwieriges Börsenjahr – vor allem wenn man den DAX handelte:

Im Schlussspurt konnte mich der DAX im Dezember einholen wie der Chart oben zeigt. Die 6 fehlerhaften Short-Trades im August vernichteten meine gesamte, hart erarbeitete Outperformance. Speziell der Zeitraum Mitte Februar bis Ende Juli stimmt mich sehr zuversichtlich für die nächsten Jahre, denn er zeigt, dass meine Aktien-Strategie und das Positionsmanagement in der Lage ist eine Outperformance bei minimalen Schwankungen und extrem niedrigen Drawdowns zu generieren.

Daher will ich dieses Jahr unbedingt weiter angreifen und die 200 Punkte in Angriff nehmen. Im Sommer werde ich dieses Jahr komplett anders mit der Eröffnung von Shorts sein. Hierzu in ein paar Tagen mehr.

Ein gutes 2017 wünsche ich Euch allen!

 

 

Drawdown-Phase

Ich stecke gerade mitten in einer schwierigen Phase, in der ich das Kursverhalten nur sehr schwer einschätzen kann. Es ist ein zickiges hin und her in einer relativ engen Preisspanne. Immer wenn markante Höchst- oder Tiefststände durchbrochen werden, gibt es kein „follow-through“, also eine weitere Aufnahme des Trends sondern ein „Abfischen“ der Stopps mit einigen vielen und schnellen Punkten in Trendrichtung und sofortiger Kehrtwende.

Bestes Beispiel heut morgen im DAX. Overnight gab es ein deutliches Minus. Der DAX startete mit Gap-Down, nachdem er schon am Freitag schwach war (was mich zu einer Eröffnung von Shorts bewegte) und setzte seine Reise Abwärts bis zur Unterstützung bei 10.520 Punkten fort. Alles soweit so gut. Dann aber kam eine extrem schnelle Aufwärtsbewegung – knapp 150 Punkte ging es innerhalb von wenigem Minuten rauf. Gestartet an einer wichtigen Unterstützung. Das interpretierte ich mit „Boden“ und so verkaufte ich meine shorts. Wenige Stunden später, weiß ich: Ich verkaufte in der Nähe der bisherigen Tageshöchstkurs, denn von dort aus ging es sage und schreibe 300 Punkte wieder runter, um aber seit Lowest Low eben wieder 100 Punkte anzuziehen. So sieht das bisher aus:

fdax

Auf „gut Deutsch“ – zum kotzen! Insbesondere die Herausnahme des Hochs von Freitag bei 10.600 Punkten hat mir und sicherlich vielen anderen auch Geld gekostet. Beim Ausstoppen habe ich immerhin ein Stopp Sell platziert bei 10.514 Punkten – für den Fall, dass ich doch Recht behalten mit meiner bärischen Einschätzung und wider Erwarten wurde es wenige Minuten später auch ausgelöst. Nun liegt die Position auch vorn, zeitweise über 100 Punkte und wird aktuell wieder auf 0 oder ins negative „abgearbeitet“.

Leider zeigt dieses Marktverhalten wieder einmal: In den Sommermonaten lässt sich nur sehr sehr schwer Geld verdienen. Mit mittelfristig angelegten shorts braucht man schon eine Menge Selbstbewusstsein und Zuversicht um diese extrem schnellen und schwer prognostizierten Gegenbewegungen mitzumachen.

Im S&P ist es nicht anders:

spx

Seit Anfang August bewegt sich der Index in einer engen Spanne zwischen ca. 2175 und 90 Punkten wild hin und her. Dabei werden neue Tiefstände mit einer großen Abwärtsbewegung wie am 17.8. mit Schwung rausgenommen um innerhalb weniger Stunden komplett in der anderen Richtung wenig später neuen Zwischenhochs zu markieren. Wer dann glaubt, ok – das Tief ist markiert worden wird dann wieder enttäuscht. Heute wieder das selbe.

Es hilft nix. Ich glaube wir müssen uns weiter gedulden. Meiner Ansicht nach ist dieses Verhalten ein „Topping-Behavior“. Vermutlich nehmen große Adressen viel Geld in die Hand um Stopps auszulösen, in die sie dann Ihre Positionen abstoßen. Vielleicht dauert das noch einige Tage oder Wochen. Ich möchte nur dabei sein, wenn es nach unten kracht, denn dann geht es sehr schnell und sehr weit. Es ist aber scheinbar noch viel zu früh in neue Lows zu verkaufen wie es aussieht. Daher will ich erst einmal mit angezogener Bremse weiter machen um mir nicht noch mehr Rückstand einzuhandeln…

Lesson Learned hieraus: Mit Shorts lässt sich Geld nur sehr, sehr schwer verdienen. Vor allem, wenn man früh dran sein möchte in einem austoppenden Markt.

Kein Handel in der Casino Woche

Ich könnte wie gewohnt jetzt ein Paar Charts bereit stellen, mit Statistiken untermauert und meine zukünftigen Positionen wieder darlegen und sie erklären – nur leider würde es in dieser Woche nichts bringen.

Es ist eine politische Woche. Für Trader wie mich gibt es in dieser Woche keine handelbaren Vorteile. Weder in die eine noch in die andere Richtung. Ich denke, besonders heute zum Wochenstart konnte man ganz gut sehen was ich damit meine. Fast der gesamte Wochenverlust der vergangenen Woche ist aufgrund einer Stimmungsänderung übers Wochenende in England egalisiert worden. Wer in shorts übers Wochenende steckte, steckte heute nicht nur in shorts sondern auch in Problemen. Wer auf der anderen Seite noch am Freitag in longs steckte, war vermutlich tief im Minus und konnte heute zum Handelsbeginn der US-Börsen mit viel Glück aus seiner Position flüchten – zum Ende waren die Gewinne wieder dahin.

Nein, das ist nicht die Börse für Trader. Das sind Zockerbörsen. Ich finde im Casino lässt sich eleganter zocken als daheim am Rechner. Daher halte ich mich in dieser Woche komplett raus und ich kann jedem emfehlen darüber nachzudenken, ob es nicht sinnvoller ist als eine trotz Wahlprognosen völlig unvorhersehbare Wahlentschiedung in England, zumal – und das ist viel wichtiger – auch die Marktinterpretation der Wahlentscheidung völlig unvorhersagbar ist. Es ist ungefähr so, als würde man pokern ohne sein eigenes Blatt zu kennen. Ohne mich. Bis nächste Woche!

Die letzte Rallye vor einer größeren Korrektur

Habt ihr Euch vielleicht gefragt, weshalb ausgerechnet im Bereich 2025 Punkten im S&P Unterstützung aufkam Mitte des letzten Monats? Schaut selbst, dort verläuft der MA 50 weekly. Ich nehme hier mal bewusst ein Chartausdruck, der damals entstand – konkret am 20.5., als meine Entscheidung kam die Sommerrallye aktiver anzugreifen:

spx

Man kann von den Moving Averages halten was man will, aber ich finde Sie sind unverzichtbar in der Vorbereitung einer Handelswoche. Sie spielen sehr häufig eine große Rolle und sorgen für Widerstand oder Unterstützung. Oder eben manchmal auch nicht, aber genau das ist es ja bei der Chartanalyse. Die Suche nach den „tells“ – den Punkten, die signifikante Aussagen über Stärke und Schwäche generieren können oder könnten. Wenn eine Abwärtsbewegung an einem wichtigen Punkt wie dem Standard-MA im Weekly (oder daily usw.) aufhört und zu drehen scheint, dann wäre man schlecht beraten dort in der Nähe kurzfristig weitere neue prozyklische Einstiege zu suchen.

Diese Bereiche können für die Zukunft wichtige Pivots werden. Hier im Beispiel ist ein neuer wichtiger Bereich entstanden, der für die Zukunft bei Unterschreitung des Kurses von 2025 die mittelfristige Marktrichtung sich hin zu „bärisch“ ändert.

Der Durchbruch nach unten kann theoretisch auch schon nächste Woche passieren. Oder auch erst im kommenden Jahr oder wann auch immer so geschehen. Gut möglich auch, dass jetzt eine fulminante Rallye gestartet ist. Das weiß man eben nicht – schon gar nicht als Trader.

Es geht bei der Marktanalyse nicht um Prognosen, sondern um die Identifikation dieser „tells“. An einem solchen Punkt ist der S&P vor gut zwei Wochen angekommen und abgeprallt und so denke ich, dass jetzt wieder die Bullen am Zug sind und ihre Stärke weiter beweisen müssen. Immerhin haben sie es schon da unten und jetzt müssen sie weiter liefern. Und falls nicht, d.h. sollte es einen Tagesschluss unter 2025 geben, schalten bei mir alle Ampeln auf „rot“ und ich stecke von Kopf bis Fuß im Bärenkostüm.

Börsenindikator schaltet auf „Verkauf“.

Thomas Gebert ist den meisten deutschen Anlegern ein Begriff. Ich bin das erste Mal vor knapp 10 Jahren auf seinem „Börsenindikator“ aufmerksam geworden. Schon damals hat er meine Neugierde geweckt, aber leider habe ich ihn als „zu langfristig“ und daher als nicht relevant für meinen eher kurzfristig orientierten Handel eingestuft. Welch‘ Dummheit! Heute – mit einer ordentlichen Portion zusätzlicher Erfahrung weiß ich, dass er extrem bewährte und treffsichere Aussagen über die Marktrahmenbedingungen generiert und nicht in erster Linie perfekt „getimte“ (mein alter Deutschlehrer würde mich umbringen für dieses Wort ;-) Signale.

Es handelt sich um langfristige Signale, diese aber – und das habe ich damals nicht sehen können oder wollen, sehr wohl Relevanz für den kurzfristigen Handel haben. Heute weiß ich beispielsweise wie ernst ich mit einem aktiven „roten“ Börsenindikator Short-Signalen zu nehmen habe und wie unverzüglich und konsequent ich longs zu schließen muss. Ich kann mein Risiko völlig anders gewichten. Ein unschätzbarer Vorteil.

Ich werde in den Sommermonaten jedes Short-Signal agressiv handeln. Ich werde aber auch Long-Signale beachten – wie aktuell praktiziert. Diese allerdings vorsichtiger als bislang, was man an meiner vergleichsweise geringen Invest-Quote und dem hohen Aktienanteil im Vergleich zu gehebelten ETFs sehen kann. Das tue ich so lange bis sich die Rahmenbedingungen wieder entspannen, sprich vor allem bis der Börsenindikator wieder auf grün schaltet.

Schaut man sich die Rahmenbedingungen an den Aktienmärkten selbst einmal an, stellt man schnell fest, dass in den vergangenen 5 Quartalen die Gewinne der S&P Unternehmen rückläufig waren; -12% sind es insg. schon im Vergleich. Insbesondere der Energiesektor ist schwach. Zudem ist der Dollar stark und schwächt natürlich die Exporte der USA, wo die Musik spielt. Hier in Europa ist es noch recht ruhig, allerdings rückt langsam aber sicher Griechenland in den Fokus und auch der Brexit ist wieder am Horizont zu erkennen. Ich bin gespannt welches das Hauptthema sein wird diesen Sommer.

Aktuell ist es aber wie gesagt sehr ruhig, so dass es meiner Ansicht nach völlig fahrlässig wäre bereits shorts einzusammeln. Wir wissen ja wie lang Rallyes laufen können …

Mein Wiki ist übrigens Mitte des Monats am alten Top komplett aus meinen Aktienpositionen ausgestoppt worden. Die meisten waren knapp 20% im Plus. Ich bin sehr zufrieden. Die aktuell scheinbar gestartete Sommerrallye werde ich aber weiter noch vorsichtig long handeln. Der Juni ist hier ein bewährter bullisher Monat. Bislang bin ich wirklich zufrieden mit dem Verlauf, seht selbst ein Vergleich zum DAX.

dax_wiki

 

So bin ich guter Hoffnung, dass ich den Vorsprung weiter ausbauen kann, vor allem wenn die Märkte im Hochsommer drehen sollten. Aufgrund des roten Börsenindikators, gehe ich aktuell fest von einer größeren Korrektur aus. Es ist eine Frage der Zeit. Ich werde diesen Sommer weiter sehr genau hinsehen und konsequent sein bei aufziehenden Gewitterwolken am Aktienmarkt und halte Euch hier selbstverständlich auch aktuell.

Viele Grüße & gutes Gelingen!

Strategieupdate vor dem Sommer

Oder: Leider geht demnächst die saisonal günstige Phase zu Ende. Ich könnte auch sagen – Dieses Jahr wird es ernst für mich. Stammleser/Investoren wissen warum. Zunächst einmal vorweg ein Bild zum Hintergrund:

Kursanalyse

Zu sehen ist die Depotperformance meines Wikifolio in den vergangenen 3 Jahren auf die Monatsscheiben der einzelnen Jahre verteilt. Es handelt sich um Mittelwerte eines jeden Monats der jeweiligen Jahre.

Was ist zu sehen? In den saisonal günstigen Monaten Oktober bis Mai/Juni habe ich Jahr für Jahr höhere Kursstände verzeichnet. Im Juli/August/September dagegen ähneln sich die Kursstände meines Depots.

Positiv formuliert heißt es, dass ich mich leicht tue in den saisonal starken Monaten mein Depot nach oben zu bringen. Negativ betrachtet könnte man sagen, dass ich mich in der saisonal schwachen Phase vieles wieder abgebe bzw. dann auf der Stelle trete. Auf der anderen Seite wiederum kann man sagen, dass ich dennoch bislang auch in der schwachen Phase keinen „echten“ bzw. netto-Einbruch im Depot verzeichnen musste, denn in den vergangenen 3 Jahren war das Depot ausnahmslos (!) in jedem Monat höher als der des Vorjahres.

Wenngleich die Wahrheit im Detail etwas anders aussieht, denn brutto sind bei mir bis zu 20% Schwankungen nach unten drin gewesen. Und das Problem, welches dieses Jahr angegangen werden soll, ist nun man das „auf der Stelle treten“ in den Sommermonaten, denn die Mini-Gewinne in den Monaten 07-09 können niemanden ernsthaft zufrieden stellen – mich jedenfalls nicht.

Was ich mit dem Post heute aber auch verdeutlichen möchte, ist, dass es vielleicht auch in Eurem Trading durchaus kritische bzw. schwierige Phasen geben könnte und man sie mit ein wenig Arbeit sehr wirkungsvoll visuell auffinden kann. Und das ist immer eine Grundvoraussetzung für die Findung von geeigneten Maßnahmen und damit der Grundstein einer weiteren Entwicklung und Verbesserung. Die Abstellung der Probleme geschieht aber nicht von heut‘ auf morgen.

Ich kämpfe nun doch einige Jahre mit meiner schwachen Sommer-Performance und habe bereits einige Dinge ausprobiert. Im letzten Jahr war ich grundsätzlich zufrieden mit den letzten Maßnahmen, die mir vor allem halfen  ein horrendes Drawdowns im beim Mini-Crash im Spätsommer zu vermeiden. Jedoch war mein Ansatz damals zu defensiv, denn aufgrund des extrem gut gelaufenen Sommermarktes im Jahr 2013, lautete meine Devise „bloß keine shorts“. Im Sommer wollte ich 50% long oder flat sein und mein Depot mit Aktien, die sich mit einer relativen Stärke zum Gesamtmarkt kennzeichnen, erweitern.

Das Ergebnis war nicht ganz zufriedenstellend, denn im Verlauf der scharfen Korrektur musste ich Spitze – Spitze in knapp 2-3 Monaten wieder die gehassten 20% Drawdown hinnehmen (von denen ich mich allerdings sehr rasch erholen konnte).

Dieses Jahr werde ich etwas anders machen und offensiver handeln, d.h. auch mal short Positionen eingehen. Insbesondere im August und September. Ich werde in den Monaten davor – d.h. ab Mai bei Marktschwäche auch short-Positonen aufnehmen, diese allerdings auch „short“ halten – sowohl was die Positionsgröße betrifft als auch die Haltedauer. Maximal 5 Tage und raus.

Das haben meine Backtests ergeben. So soll mir dieses Jahr ein wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung meiner wie ich finde sehr defensiven Strategie im Wikifolio gelingen. Denn ich bin es satt regelmäßig einen guten Teil meines ersten Halbjahres wieder abgeben zu müssen.

Dieses Jahr will ich versuchen meine derzeit im Depot befindlichen 3 Top Aktien so lang wie nur möglich zu halten. Ich würde am liebsten alle 3 Titel die nächsten 2-3 Jahre gar nicht mehr verkaufen wollen – Auch wenn sie jetzt etwas an Power verloren haben und konsolidieren. In einigen Wochen stehen aber wieder die Quartalsberichte vor der Tür und das sollte ihnen wieder den nötigen Schub verleihen. Und falls nicht – na dann werden wir wieder kühl die Reißleine ziehen. Wie immer.

Das wird jedenfalls die Strategie sein bei den Aktien. Quartalsberichte abwarten und entscheiden ob ich eingreifen muss. Falls die Berichte positiv überzeugen oder gar überraschen, werde ich evtl. die Positionen vergrößern, aber mir immer noch ein Restpolster lassen um im ETF Handel auf den Dax flexibel reagieren zu können.

Habt ihr Fragen? Fragt? Ruhig auch hier im Kommentarfeld – so haben alle was davon