Ampeln springen auf rot

Die erste Jahreshälfte 2018 ist eigentlich zum vergessen. Dabei hatte es im Januar noch so gut gestartet. Aus heutiger Sicht aber, gerade wenn man sich den bisherigen Jahresverlauf des DAX anschaut im Bild unten, muss man feststellen, dass vor allem die vergangenen zwei Jahre 2016 und 2017 eigentlich zu einfach und zu gut verliefen und jetzt die Korrektur vielleicht völlig normal ist.

Das Problem ist vielleicht nur, dass es sich nicht so anfühlt und das dürfte in erster Line einfach auch daran liegen, dass man sich an die immer steigenden Börsen vielleicht mittlerweile schon gewöhnt hat.

Beim genaueren Blick auf den DAX derzeit stellt man allerdings durchaus alarmierende Signale fest. Wir sind vor einigen Tagen klar von unten am Moving Average 200 abgeprallt und zudem auch noch unter MA 50, die – auch das ist negativ – fallend sind mittlerweile. Hinzu kommt der Umstand, dass wir gerde im Börsensommer sind, welcher allgemein für größere Rückschläge bekannt ist.

Auch der berühmt berüchtigte Gebert Indikator ist seit Anfang des Monats auf rot/verkaufen umgesprungen. Mehr Anzeichen für eine rote Börsenampel braucht es eigentlich kaum. Jedenfalls ich nicht. In der Kombination mit den oben erwähnten Randbedingungen ist es auch in der Zusammenstellung der Signallage auch relativ außergewöhnlich. Hinzu kommen die politischen Randbedingungen, vor allem der durch Trump verursachte Zollstreit, der selbst den IWF zu einer Warnung gezwungen hat.

Im Wikifolio habe ich bereits dagegen gesteuert und angefangen meine Positionen langsam aufzulösen. Die Cash-Quote liegt bereits bei 20% und wird in den kommenden Tagen bei Bestätigung der angesprochenen Marktlage zum einen erhöht und zum anderen werde ich short-ETFs mit ins Depot nehmen. Wann und wie viele lasse ich noch offen aber ich stehe bereit.

Insgesamt ist es bislang sehr enttäuschend verlaufen. Vor allem für Nebenwerte. Mein neu gegründetes Dach Wikifolio „Nebenwerte Wiki Benchmark“, welches aus den (meiner Bescheidenen Meinung nach) 10 besten Nebenwerte Wikifolios besteht, die gleichgewichtet gekauft wurden, zeigt die angespannte Lage für Nebenwerte ganz gut, finde ich.

 

Ich schaue da natürlich auch regelmäßig rein und stelle auch mit etwas Genugtung fest, dass sich auch die allerbesten Trader dieses Jahr sehr schwer tun.

Leider haben sich bisher nur drei User für das Wikifolio vorgemerkt. Es würde mich wirklich sehr freuen, wenn ihr mir eine Vormerkung dalassen könntet. Vielen Dank!

Erste Anzeichen einer Erschöpfung

Die Aktienmärkte kennen seit über einem Jahr eigentlich nur noch eine Richtung. Dass dies außerordentlich bemerkenswert und ungewöhnlich ist, habe ich bereits in meinem Jahresreview geschrieben.

Gestern, am 16.1. gab es ein erstes signifikantes, markttechnisches Signal, welches darauf hindeutet, dass eine Korrektur möglicher Weise eingeleitet worden sein könnte. Die Märkte eröffneten mit einem Gap-UP und anstatt weiter zu steigen wurde nicht nur das Gap geschlossen, sonder die Abwärtsbewegung verstärkt abverkauft, so dass sogar das Tages-Low vom vergangenen Handelstag unterboten wurde. Die Charttechniker sprechen da von einer „bearish engulfing Kerze“, soweit ich das richtig im Kopf habe.

Ich schreibe dies deshalb, weil ich zu die Strategie zum weiteren Umgang mit dieser Situation weiter geben möchte. Grundsätzlich hat man ja als investierter Anleger alle Optionen. Sie reichen von 1. „nichts tun“ (optimistisch) über 2. alle Positionen auflösen (konservativ) bis hin zu 3. Aufnahme von short-Positionen (agressiv).

Ich entscheide mich hier an dieser Stelle für die Variante eins allerdings natürlich inklusive der Berücksichtigung aller Stopps meiner Einzelaktien. D.h. ich nehme an dieser Stelle ein mögliches Drawdown in Kauf und reagiere erst wenn die Stopp-Kurse meiner Aktien gerissen werden. Diese Variante wähle ich ganz bewusst, denn die Stopps sind sehr weit weg. Dazu folgender Chart:

Jetzt wird der ein oder andere berechtigter Weise einwerfen, „das ist doch der S&P500 und er handelt Deutsche Nebenwerte“. „Ja, aber…“ ist meine Antwort darauf, denn der S&P gibt trotz allem die globale Marktrichtung vor, auch wenn es Phasen gibt, in denen der DAX durchaus stärker ist bzw. vice versa. Und natürlich ist es auch hier so, dass natürlich trotz aller Signale man gar nicht sagen kann ob es denn nun korrigiert oder nicht und daher wäre es töricht alles zu verkaufen. Die Variante 2. fällt daher natürlich flach. Es ist unendlich wichtig im Markt zu sein mit seinen Aktienpositionen und außerdem unendlich wichtig sich bewusst zu machen, dass man sehr wohl völlig daneben liegen kann und es noch ewig weiter steigen wird. Nichts ist schlimmer als seine verkaufte Aktien wieder teurer zurück zu kaufen zu müssen. Nicht selten kommt genau dann auch der Sturz.

Wie auch immer, der Chart oben verdeutlicht, dass wird bis zum ersten Moving-Average ca. 150 Punkte Potential haben, oder ca. 5,3%. Ja, das wäre sie, die erste 5% Korrektur seit langem.

Ich werde übrigens auch nicht meine Positionen vorab verkleinern. Zum einen aus oben genannten Gründen, zum anderen aber auch weil nach wie vor günstiges „Aktienklima“ insb. aufgrund der Saisonalität herrscht. Daher kann meine Entscheidung nur lauten, die Stopps nachzuziehen und dem Markt entscheiden zu lassen ob er sie reißen wird oder nicht.

Guten restlichen Januar!

2017 im Review

Das Jahr ist wieder ‚rum und auch wenn es hier im Blog erheblich stiller geworden ist als im Jahr zuvor, kann ich zumindest mitteilen, dass ich nach wie vor täglich an den Finanzmärkten aktiv bin. Ich hoffe sehr, dass das neue Jahr mehr Herausforderungen liefert, die mich auch motivieren wieder hier mehr zu schreiben. Und falls nicht, wird es zumindest eine Neuerung geben:  Monatlich werde ich dieses Jahr einen Status zum Wikifolio verteilen, als kostenloser Service für alle Investierten.

Der Hauptgrund für das stille Treiben hier im Blog ist der wirklich ruhige und ja fast schon langweilige Markt in 2017:

Quelle: stockcharts.com

Die Abbildung zeigt den S&P500 (SPX) inklusive eines Volumenindikators. Ein Chart von links unten nach rechts oben. So will man das sehen. Beeindruckend war dieses Jahr insbesondere, dass selbst in den Schwächephasen (-> Volumenindikator fällt) die Preise maximal stagnierten, i.d.R. sogar dennoch stiegen. Es gibt mittlerweile seit gut 2 Jahren keine 5% Korrektur mehr im S&P (!)

Irgendwann wird sich das in einer noch größeren Korrektur entladen und ich hätte nichts dagegen, wenn dies gleich morgen schon startet. Aber ich möchte mich nicht beschweren, denn es ist die vergangenen Monate relativ einfach gewesen Geld zu verdienen an den Märkten. Es ist eigentlich alles gestiegen. Es gab keine Schreckmomente, keine kritischen Situationen, nichts. So will man das als Anleger sehen. Ein Börsenjahr wie 2017 wird sicherlich nicht häufig in einer langjährigen Anlegerkarriere auftreten.

Kommen wir zum Wikifolio. Dies waren die formulierten Ziele im Januar 2016.

In Anbetracht dessen kann ich mehr als zufrieden sein. Alle Fehler, die meine Performance in 2016 beeinträchtigten wurden beseitigt. Im Sommer habe ich das Top auf den Tag genau erwischt. Beim darauf folgenden Rückgang des DAX wie vorgenommen aus Risikogründen auf shorts verzichtet und wie Anfang des Jahres vorgenommen, habe ich in dieser Phase stattdessen „nur“ die Investquote reduziert. Das war gut und richtig. Nicht gut war, dass ich den wieder abfahrenden Zug im September verpasst habe. Und obwohl meine technischen Systeme mir einen (Wieder-)Einstieg in die Märkte signalisierten, blieb ich draußen und begründete das so: (Kommentar im Wikifolio)

Allgemeiner Kommentar
Auch wenn sich die Lage am Aktienmarkt leicht aufhellt, bleibe ich vorerst vorsichtig. September, Oktober sind nicht die Zeiträume für große neue Investments. Ich bleibe daher bei der geringen 20% Investquote. Unter Umständen werden kurzfristige Aktien-Trades noch getätigt, allerdings halte ich die derzeitige Lage für nicht ausreichend überschaubar für größere Depotrisiken. Wir sind im Depot auch nach wie vor am All-Time-High
Damit wäre dann auch die Baustelle für 2018 gefunden. Ich werde meinen Programmen mehr trauen müssen – auch wenn aus saisonaler Sicht die Marktphase gerade kritisch ist. In 2017 hat mich diese Phase ca. 15-20% an nicht erzielter Performance gekostet. Das ist sehr viel, wenngleich ich sehr froh bin, dass ich zumindest in dieser Zeit Verluste vermeiden konnte und weiter positive Monatsergebnisse schreiben konnte im Wiki wenngleich sie erheblich geringer waren als möglich.
Trotzdem. Insgesamt gab es auch in diesem Jahr nur 3 negative Monate:
 Quelle: boerse.de (screenshot)
Was wird anders in 2018?
Nicht viel. Mir wird immer mehr klar, dass der Handel mit Nebenwerten extrem profitabel sein kann. Die Fundamentalanalyse hat mit den Jahren einen sehr viel größeren Stellenwert bei mir erreicht. Ich habe heute meinen Korb an Nebenwerte-Perlen und bei charttechnischen Kaufsignalen steige ich ein und i.d.R. nicht mehr aus. Im Sommer reduziere ich meine Investquote bei schwacher oder kritischer Gesamtmarktlage. Der – ich nenne es mal – „halbaktive“ Handelsansatz ermöglicht geringe Volatilität des Depots mit sehr geringen Drawdown-Werten, weil er neben den Risiken der Einzelwerte auch Gesamtmarktrisiken berücksichtigt und die Positionen entsprechend angepasst werden können. Entscheidend für außergewöhnliche Performance ist dann aber auch der rechtzeitige Wiedereinstieg. Hier will ich in 2018 noch besser werden. Ich würde mich freuen, wenn ihr mich dabei begleitet und möchte nochmal auf diesem Wege jeden einzelnen Investor danken.
Unser Projekt wächst kontinuierlich und wird Jahr führ Jahr besser. Anfangs war es ein Experiment für mich um aus dem Index-Handel eine Plattform zum Erlernen der Führung eines Einzelwert-Portfolios. Seit der Anpassung meines Handels hin zu deutschen Nebenwerten, kann ich sagen, dass ich meinen Weg gefunden habe und so kommt das Wikifolio ins Rollen. Im vergangenen Jahr ein Plus von 39% bei einem einstelligen Drawdown und einer extrem geringen Volatilität. So will man das sehen!
Daher nochmal ein Dankeschön an alle und auf ein Neues in 2018.

Das Top ist drin

zumindest vorerst. Vielleicht auf Sicht der nächsten ein bis zwei Monate. Es passt einfach alles zusammen.

  1. Es gibt eine negative Marktstimmung – durch die Real-Satire um Trump.
  2. Die Saison
  3. Nicht zuletzt: Wir haben einen technisch stark überkauften Markt, mit historisch hohen Preisen

Soviel zur Zusammenfassung. Ich möchte gern auf die einzelnen Punkte gleich noch eingehen. Anfangen möchte ich aber mit dem aktuellen Verlauf meines Wikifoliohttps://www.wikifolio.com/de/de/w/wflgebauer

Ich bin außerordentlich zufrieden aktuell. Wer mein Treiben schon länger verfolgt, weiß, dass ich in den Sommermonaten der letzten Jahr einige Fehler gemacht habe. Hier im Blog habe ich darüber oft geschrieben. Hier, hier, hier oder hier. Ich freue mich, dass sich die Arbeit jetzt scheinbar auszahlt und ich endlich auch eine Outperformance auch in den schwierigen Börsenzeiten erziehlen kann. Die Maßnahmen, die ich aus den vergangenen Fehlern zog, zeigen diesen Sommer endlich Wirkung.

So habe ich fast auf den Tag genau am Top des DAX meine Longs auf ein Minimum herunter gefahren und war mit ersten Shorts wenig späer schon erfolgreich (+6%). Während der DAX seit dem im Rückwärtsgang ist, konnte sich der US-Markt aber noch oben halten – zumindest vorerst. Da ich aber mit dem Wiki überwiegend Deutsche Nebenwerte handle, war es im Juli rückblickend betrachtet absolut richtig sich aus dem Markt zurück zu ziehen. Ich habe meine Invest-Quote seit dem bei nur noch max. 20% gehalten. So halte ich derzeit nur ausschließlich 3 Werte, von denen ich der Meinung bin, dass sie jederzeit überraschen können. Was ich damit meine, zeigt sich vielleicht am besten an Verbio, die gestern nach einer positiven Bewertung der Zeitschrift „Aktionär“ gut 8% zulegte – wohlgemerkt bei einem extrem schwachen Gesamtmarkt. Gleichzeitig nimmt meine mittlerweile auf 20% Depotanteil vergrößerte Short-Position auf den S&P500 an Fahrt auf, was in Summe dazu führt, dass das Wikifolio ein neues 52-Wochenhoch, ein nues High-Watermark und ein neues All-Time-High erreicht. Von mir aus kann es so weiter gehen. Es lohnt sich die Hausaufgaben regelmäßig zu erledigen. Das einzig Schwierige ist, zu verstehen, dass der Bonus für die Rückschläge und die Arbeit vielleicht erst 1-2 Jahre später kommt. Das ist die Lehre, die ich derzeit ziehe.

Hin und wieder werde ich nach Börsenbüchern befragt, die ich empfehle. Für jemanden, der nicht vielleicht mehr ganz neu dabei ist kan man auf die Frage eigentlich nur eine Antwort geben: Das beste Börsenbuch ist dein eigenes Trading-Journal!

Zum Markt

Ich meine, wie eingangs erwähnt, dass wir uns in einer größeren Korrekturphase befinden. Für Gewöhnlich laufen sie während der jetzigen Saison vorerst zum 50er gleitenden Durchschnitt (den haben wir schon durchschritten), und dann zum 200er.

Mit 5 bis 10% Korrektur seit Top ist eigentlich immer zu rechnen in der Sommerzeit. Für eine solche Korrektur braucht es meinen Erfahrungen nach eigentlich immer 3 Zutaten. Erstens, einen Umschwung der allgemeinen Börsenstimmungslage. Hier muss derzeit vor allem die Real-Satire rund um Trump als Auslöser genannt werden. Letzte Woche noch das Muskelspiel mit Kim Jong, welches offensichtlich der Hauptauslöser für den Abschwung war. Zweitens, die Saison: August, September und teilweise auch der Oktober zählen zu den schwächsten Monaten des Jahres. Und drittens, die markttechnische Lage. Noch vor zwei bis drei Jahren hätte ich der Markttechnik zwar wesentlich mehr Bedeutung zugemutet, heute muss ich aber festhalten, dass die Markttechnik einen höchstens genau so großen Anteil am Geschehen hat, wie die vorher genannten. Ich würde heute sogar behaupten, dass von den drei genannten, die Markttechnik am unbedeutensten ist. Denn die vielen Jahre an der Börse haben mich gelehrt, dass es keine zu hohen Preise geben kann. Es gibt zig Börsenweisheiten darüber, beispielsweise „Ein Markt ist länger irrational als du solvent.“, „Never short a dull market.“ – nur um einige zu nennen. Daher bin ich was die Positionsgrößen von Shors betrifft über die Jahre immer zurückhaltender geworden. Es lohnt sich viel mehr auf gute Wiedereinstiegsmöglichkeiten zu setzen.

Und das tue ich jetzt und freue mich dabei wie ein Schnitzel, denn pünktlich zum Top bin ich raus aus dem Markt, habe jetzt im Gegensatz zum Rest der Welt eine hohe Cash-Quote, habe zudem auch shorts im Depot, die mir helfen weiter zu wachsen und gleichzeitig viel Pulver bei Seite um rechtzeitig wieder einzusteigen wenn die Bullen wieder mit den Hufen scharen.

Heute mache ich mir ein Bier auf und melde mich sobald sich die Lage an der Börse wieder ändert.

Neues!

Es wird Zeit sich hier mal wieder zu melden. Anlass ist einerseits die überaus positive Entwicklung meines öffentlichen Wikifolios in den vergangenen Wochen – darauf werde ich gleich eingehen – aber auch die jüngsten Ereignisse zum widerwärtigen Anschlag auf die Spieler von Borussia Dortmund.

Offensichtlich wollte ein junger Krimineller mit Anfänger-Börsenkenntnissen mit fallenden Kursen Geld verdienen. Bereits einen Tag nach dem Anschlag hat die Börsenseite der ARD auf Auffälligkeiten hingewiesen:

http://boerse.ard.de/aktien/borussia-aktie-trotzt-dem-terror100.html

OptionsSCHEINE. Das muss man sich mal geben..! Ich bin fassungslos. Der Typ war nicht nur ekelhaft kriminell sondern undendlich dämlich. Nach Informationen von boerse.ARD.de sind scheinbar 60.000 Optionsscheine im Frankfurter Handel erworben worden. Jeweils 15.000 Stück mit den Kennnummern DG7MN5, DGQ1VU, DGM51Y und DGQ1VV.

Was für ein Vollhorst der Täter war, zeigt hoffentlich dieses Chartbild. Es handelt sich um den Kursverlauf eines der oben genannten Put-Optionsscheine auf den BVB:

Quelle: www.ariva.de

-> Zu nicht einem einigen Zeitpunkt nach der Tat hätte er eine Chance gehabt den Schrott mit Gewinn zu verkaufen! Er musste natürlich den Briefkurs bezahlen (ca. am 12.4. 0,05€). Der Geldkurs, also der Kurs zu dem er den Schrott wieder los werden kann beträgt nur ca. 0,02 – 0,03€. Ein horrender Spread! Nebenbei bemerkt, erhöhte der Emittent auch den Spread scheinbar in der Folgezeit. Mich würde mal interessieren wie er sich wohl nach seiner Tat gefühlt haben muss, denn die BVB Aktie ist sehr wohl gefallen in der Zeit nach dem Anschlag vom 12. auf den 13.4. um ca. 5% was durchaus beachtlich ist. Vielleicht ist ihn seine Dummheit am Tag eins nach seiner Tat das erste Mal deutlich geworden, denn seine Optionsscheine waren immer noch stark im Minus.

Was ich sagen will – man kann es eigentlich nicht oft genug tun:

  1. An der Börse gibt es keine schnellen Gewinne. Es sei denn man ist die Bank. Wenn man an der Börse Geld verdienen will, dann geht es nur über kontinuierliche Arbeit, gemachte Fehler und den Lehren daraus. Mit Hingabe, Disziplin, Gewissenhaftigkeit, schlicht mit ehrlicher Arbeit. Es gibt keine Abkürzung.
  2. In vielen Medien ist fälschlicher Weise die Rede von Optionen. Optionen haben mit Optionsscheinen schlicht nichts zu tun. Das ist ja auch einer der Tricks der Banken. Sie taufen das Kind nicht umsonst so und erwecken diesen Trugschluss völlig beabsichtigt.

Ich will auch unbedingt nochmal ganz deutlich auf die Macht der Banken, genauer gesagt auf deren Gestaltungsspielraum hinweisen der Produkte, die sie kreieren, die genau diese Triebe und Urinstinkte in uns wecken und das schnelle Geld in den Köpfen malen. Lasst es. Kauft Aktien. Kontinuierlich bis ihr alt seid.

Kommen wir zum Erfreulichen. Die Entwicklung des Wikifolios ist endlich die, die anvisiert war. Schlüssel hierzu ist letztlich genau das Gegenteil von dem, das der Täter im Sinn hatte. Mittel- bis langfristige Ausrichtung, Reflektion, Umgang mit Fehlern, kühles Umsetzen von Konsequenzen. Ich habe vor nicht allzulanger Zeit die Aktie First Sensor beispielsweise schließen müssen. Der Markt zeigte eine negative Reaktion auf Quartalszahlen. Das zwingt den aktiven Anleger seine Hintergründe des Einstiegs zu überprüfen. Ich tat es und schloss noch am selben Tag um das frei gewordene Geld wenig später in meine am besten laufende Aktie zu stecken.

Das Prinzip meiner Strategie ist besonders an dieser Stelle hoffe ich leicht erkennbar. Die besten Pferde im Stall werden gefördert, die Schwachen aussortiert. So habe ich aktuell ein Depot von nur noch 5 Aktien. Die derzeit schwächste SNP war vor knapp zwei Monaten meine stärkste und hat derzeit allem Anschein nach nur korrigiert – jedenfalls scheint sie aktuell wieder durchzustarten. Ich achte auch hier auf die Quartalsergebnisse. Wenn sie nicht überzeugen fliegt sie raus. Falls doch, wird sie wieder an Stärke in Form von höheren Handelspreisen gewinnen. Meine Aufgabe ist die aktive Beobachtung und schnelle Reaktion.

Sollte der Markt wider Erwarten einbrechen, werde ich natürlich aktiv. Ich bin nach wie vor natürlich jeden Tag dabei und stehe Gewehr bei Fuß. Derzeit schaut es aber so aus, als müsste ich in absehbarer Zeit nichts unternehmen. Ich gehe Stand heute davon aus, dass vielleicht Ende Juli die Stopps eng angezogen werden müssen.

Am Horizont jedenfalls ziehen Wolken auf. Der amerikanische Protektionismus wird nicht ohne Folgen an den Börsen bleiben. Aufmerksamkeit ist gefragt, denn die Börse war noch nie Einbahnstraße.

In diesem Sinne!

 

 

 

KW 3 vor OPEX

Noch nie habe ich eine so volatilitätsschwachen Markt erlebt. In den letzten 4 Woche betrug die Schwankungsbreite des S&P 500 gerade mal knapp über 1%. Das ist nichts. Eigentlich weniger als nix. Das schafft immerhin etwas Freizeit, weil es keine Setups zum Traden gibt.

Ich denke aber, dass sich das mit dem morgigen Freitag ändern wird, denn es ist (kleiner) Optionsverall. Zudem Arbeitsbeginn für den neuen amerikanischen Präsidenten Trump. Die Mainstream Medien geben für die derzeitige Ruhe im Markt das „Warten der Marktteilnehmer auf den Amtsantritt Trumps“ an. Ich denke aber, es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass es der Optionsverfall der Wahre Hintergrund ist und die big boys die Kurse an bestimmten Marken manipulativ halten. Minuten nach dem Verfall morgen wird es die ersten Marktimpulse geben (gegen 14:30Uhr) noch bevor Trum offiziell vereidigt wird (gegen 18Uhr). Wir werden es morgen sehen. Wohl möglich könnten beide Events größeren Einfluss ausüben. In welche Richtung, weiß natürlich niemand und ich am allerwenigsten. Saisonal ist die kommende Woche nach dem Optionsverfall schwach, daher gehe ich eher von einer roten Woche 4 aus.

Wenn ich mir was wünschen würde, dann wäre es eine bereinigende Korrektur im „normalen“ Rahmen von 5-10% noch im Februar. Ich habe noch nicht alle Aktien für 2017 im Depot, die ein oder andere ist mir um gute 10% schon weg gelaufen und ich muss zugeben, dass es nicht ganz einfach ist dabei zu zusehen.

Heißt also abwarten, Tee trinken für die nächsten Tage und vor allem weiter zurückhaltend agieren.

 

Telegramm für KW2

Kurz zusammengefasst

Trend: UP, ATH in Reichweite, bzw. kürzlich erreicht, Markante Widerstände aber in Sicht: Dow bei. 20.000, SPX bei 2.300. Aber: VIX sehr tief, mittelfristiger Anstieg des VIX wahrscheinlich -> tiefere Kurse im SPX/DOW/DAX.

Potential SPX: 25 Punkte up, 25 down. -> Woche neutral

Wiki: Keine Aktion nötig, da langfr. Trend up und keine bisherigen Anzeichen einer Simmungswende. Tiefere Kurse werden für weitere Käufe genutzt.

2016 im Review

2016 ist zu Ende und hier im Blog ist es zugegebener Maßen auch sehr still geworden. Es ändert sich. Zwar wird es nicht mehr wie zu Anfang wöchentliche Updates geben, jedoch will ich 2-3 Beiträge im Monat verfassen. Ich habe mir in der freien Zeit aktuell einige Gedanken gemacht wie ich hier einen möglichst großen Wert für meine Leser darstellen kann. Ich werde mich schwerpunktmäßig wieder den Marktkommentaren widmen – hier gab es immer in der Vergangenheit das größte Feedback.

Natürlich hat nicht jeder der Leser hier die gleichen Interessen, Hintergründe, Wissensstände und so sind auch die Fragen oder die Intentionen weshalb der Blog besucht wurde die selben. Sie können es nicht sein und sie sollen es auch in Zukunft nicht sein. Die drei Hauptthemen hier bleiben also insgesamt, wobei sich der Fokus auf die Themen Gesamtmarkt und Wikifolio-Handel richtet.

Fangen wir doch gleich mal mit dem Wiki an. Es bleiben unterm Strich lediglich 2,85% auf Jahressicht. Das ist enttäuschend wenig, aber es lohnt tiefer in die Details zu schauen, denn insgesamt hatte der DAX auch nicht mehr zu bieten. Hier erst einmal die Key-Facts:

 

Und hier der Jahresverlauf:

Ich bin mit dem Handel bis zum Juli, als das Depot den AllTimeHigh von 165 Punkten erreichte sehr zufrieden gewesen. Ich habe mit wenig Risiko und konstant guter Rendite handeln können und bin zum Markthöhepunkt ausgestiegen. Was folgte war ein short Desaster. Die leicht abwärtsgerichtete Seitwärtsphase im DAX handelte ich 7 mal mit shorts, wobei 6 dieser Shorts mit Verlust geschlossen wurden. Alle Trades hätten mit Gewinn beendet werden können. Insgesamt habe ich mich bis Oktober wirklich nicht mit Ruhm bekleckert.

Mein Risikomanagement half aber größeren Schaden abzuwenden, so dass sich mittlerweile im langfristigen Bild mein Marktvorteil in einem schönen Trendkanal mit higher lows und higher highs zeigt.

Dieses Jahr will ich die 200 Punkte Marke knacken. Ich werde es mit mehr Passivität in den saisonal starken Monaten und weniger Aktionismus in den saisonal schwachen Monaten Juli/August/Oktober tun.

Insgesamt ist mir aufgefallen, dass ich wesentlich besser unterwegs bin, in dem ich meine Aktien einfach liegen lasse. Hierzu werde ich mich in den nächsten Tagen noch ausführlicher auslassen.

Meine misslungen shorts habe ich aufgearbeitet und die gemachten Fehler verstanden. Grundsätzlich habe ich das Markttop auch dieses Jahr erwischt und frühzeitig erkannt, ich habe allerdings den Umschwung wie schon gesagt miserabel gehandelt. Die Fehler lassen sich alle auf einen Nenner bringen: Ich habe neue lows VERkauft. Heißt, ich bin in shorts eingestiegen NACHDEM neue lows markiert wurden. Prozyklisch geshortet – wenn man so will. Diese Trades sind in Zukunft völlig tabu. Einen schönen Chart, der verdeutlicht, wie dumm es ist in neue lows zu shorten zeigte (auch wenn mit anderem Hintergrund) bespoke.com

Von den 5 negativen Monaten war eigentlich nur der Januar mit -5% wirklich nennenswert. Im August, Sept, und Oktober betrug das Minus nur je ca. -1%. Heißt wer neue lows shortet wettet auf ein Marktdesaster und dies ist sehr unwahrscheinlich. Mit meiner Strategie hätte ich nur im Januar Erfolg haben können. Ich muss also anders handeln und das werde ich auch.

Bleibt noch abschließend der obligatorische Vergleich mit dem DAX, der zumindest eins belegt: Es war ein wirklich schwieriges Börsenjahr – vor allem wenn man den DAX handelte:

Im Schlussspurt konnte mich der DAX im Dezember einholen wie der Chart oben zeigt. Die 6 fehlerhaften Short-Trades im August vernichteten meine gesamte, hart erarbeitete Outperformance. Speziell der Zeitraum Mitte Februar bis Ende Juli stimmt mich sehr zuversichtlich für die nächsten Jahre, denn er zeigt, dass meine Aktien-Strategie und das Positionsmanagement in der Lage ist eine Outperformance bei minimalen Schwankungen und extrem niedrigen Drawdowns zu generieren.

Daher will ich dieses Jahr unbedingt weiter angreifen und die 200 Punkte in Angriff nehmen. Im Sommer werde ich dieses Jahr komplett anders mit der Eröffnung von Shorts sein. Hierzu in ein paar Tagen mehr.

Ein gutes 2017 wünsche ich Euch allen!

 

 

Drawdown-Phase

Ich stecke gerade mitten in einer schwierigen Phase, in der ich das Kursverhalten nur sehr schwer einschätzen kann. Es ist ein zickiges hin und her in einer relativ engen Preisspanne. Immer wenn markante Höchst- oder Tiefststände durchbrochen werden, gibt es kein „follow-through“, also eine weitere Aufnahme des Trends sondern ein „Abfischen“ der Stopps mit einigen vielen und schnellen Punkten in Trendrichtung und sofortiger Kehrtwende.

Bestes Beispiel heut morgen im DAX. Overnight gab es ein deutliches Minus. Der DAX startete mit Gap-Down, nachdem er schon am Freitag schwach war (was mich zu einer Eröffnung von Shorts bewegte) und setzte seine Reise Abwärts bis zur Unterstützung bei 10.520 Punkten fort. Alles soweit so gut. Dann aber kam eine extrem schnelle Aufwärtsbewegung – knapp 150 Punkte ging es innerhalb von wenigem Minuten rauf. Gestartet an einer wichtigen Unterstützung. Das interpretierte ich mit „Boden“ und so verkaufte ich meine shorts. Wenige Stunden später, weiß ich: Ich verkaufte in der Nähe der bisherigen Tageshöchstkurs, denn von dort aus ging es sage und schreibe 300 Punkte wieder runter, um aber seit Lowest Low eben wieder 100 Punkte anzuziehen. So sieht das bisher aus:

fdax

Auf „gut Deutsch“ – zum kotzen! Insbesondere die Herausnahme des Hochs von Freitag bei 10.600 Punkten hat mir und sicherlich vielen anderen auch Geld gekostet. Beim Ausstoppen habe ich immerhin ein Stopp Sell platziert bei 10.514 Punkten – für den Fall, dass ich doch Recht behalten mit meiner bärischen Einschätzung und wider Erwarten wurde es wenige Minuten später auch ausgelöst. Nun liegt die Position auch vorn, zeitweise über 100 Punkte und wird aktuell wieder auf 0 oder ins negative „abgearbeitet“.

Leider zeigt dieses Marktverhalten wieder einmal: In den Sommermonaten lässt sich nur sehr sehr schwer Geld verdienen. Mit mittelfristig angelegten shorts braucht man schon eine Menge Selbstbewusstsein und Zuversicht um diese extrem schnellen und schwer prognostizierten Gegenbewegungen mitzumachen.

Im S&P ist es nicht anders:

spx

Seit Anfang August bewegt sich der Index in einer engen Spanne zwischen ca. 2175 und 90 Punkten wild hin und her. Dabei werden neue Tiefstände mit einer großen Abwärtsbewegung wie am 17.8. mit Schwung rausgenommen um innerhalb weniger Stunden komplett in der anderen Richtung wenig später neuen Zwischenhochs zu markieren. Wer dann glaubt, ok – das Tief ist markiert worden wird dann wieder enttäuscht. Heute wieder das selbe.

Es hilft nix. Ich glaube wir müssen uns weiter gedulden. Meiner Ansicht nach ist dieses Verhalten ein „Topping-Behavior“. Vermutlich nehmen große Adressen viel Geld in die Hand um Stopps auszulösen, in die sie dann Ihre Positionen abstoßen. Vielleicht dauert das noch einige Tage oder Wochen. Ich möchte nur dabei sein, wenn es nach unten kracht, denn dann geht es sehr schnell und sehr weit. Es ist aber scheinbar noch viel zu früh in neue Lows zu verkaufen wie es aussieht. Daher will ich erst einmal mit angezogener Bremse weiter machen um mir nicht noch mehr Rückstand einzuhandeln…

Lesson Learned hieraus: Mit Shorts lässt sich Geld nur sehr, sehr schwer verdienen. Vor allem, wenn man früh dran sein möchte in einem austoppenden Markt.